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My Big Fat Greek Wedding
My Big Fat Greek Wedding
© Universum Film

Kritik: My Big Fat Greek Wedding (2002)


Ursprünglich war das Ganze eine "Ein-Frau-Show", erdacht von der jetzigen Hauptdarstellerin Nia Vardalos, Tochter von, wie sollte es anders sein, griechischen US-Einwanderern. Ihr Theaterstück schrieb sie angeblich mit ihrer Familie im Hinterkopf, deren Eigenheiten sie kräftig überzeichnet in die Story einbaute. Man kann sich das ganz lustig vorstellen: Vardalos allein auf der Bühne spielt ihre Geschichte von einem auch mit 30 Jahren nicht wirklich erblühten hässlichen Entleins nach, dass trotz aller Unkenrufe ihrer griechischen Großfamilie doch noch einen Kerl abbekommt. Nun sind wir aber eben nicht im Theater. Und das hätte irgendjemand Vardalos, die auch das Script für den Film verfasste, rechtzeitig näher bringen sollen. Denn was auf der Bühne funktioniert und sinnvoll ist, nervt im Film auf Dauer. Ein Beispiel: Wenn man allein vor dem Publikum steht und jedes einzelne Mitglied einer griechischen Großfamilie darstellen will, ist es nützlich die Figuren mächtig zu überzeichnen und sie mit bestimmten Erkennungsmerkmalen, wie einer sich immer wiederholende Textzeile, zu versehen um den Wiedererkennungswert zu erhöhen. Gleichzeitig wird man sich hüten, den Charakteren besondere Tiefe zu verleihen oder den Plot unnötig auszuweiten - man hat schon genug damit zu tun, von einer Haut in die nächste zu schlüpfen und die passenden Erkennungssätze anzubringen. Aber wie sieht das dann im Film aus? Zunächst werden wir in mitunter minutenlanger Voice-Over in die Story von unserem hässlichen Entlein Toula und ihrer griechischen Großfamilie eingeführt. Wir lernen die einzelnen Charaktere mit ihren Erkennungssätzchen und ihren Marotten kennen. Sodann erwarten wir, dass auf Grund der skurrilen Marotten der Familienmitglieder irgendetwas Lustiges passiert. Tut es aber leider nur genau einmal – und das ist nun auch nicht der Riesenbrüller. Den Rest der Zeit hauen sich die Darsteller ihre – in einer Ensemblekomödie reichlich unnötigen – Erkennungssätzchen um die Ohren, die leider auch nicht dadurch witziger werden, dass man sie zehn mal hört. Und da der ohnehin vorhersehbare "Topf findet Deckelchen"-Plot ohne ernsthafte Konflikte doch reichlich dünn ist, nutzt es auch wenig dass die Schauspieler sich wirklich redlich mühen. Wo nichts drin ist, kann man eben auch nichts rausholen. Schade eigentlich!




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