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Kritik: Der Kreis (2000)


Dass der Iran eine Gesellschaft ist, in der sich konservative Geistliche und Reformer, deren Ansichten nach unseren gewohnten Maßstäben immer noch reichlich radikal wären, bekämpfen, ist bekannt. Vor diesem Hintergrund ist ein Film wie "Der Kreis", welcher am Alltag von acht iranischen Frauen die Mühseeligkeiten zeigt, mit denen sie sich herumschlagen müssen, ein beeindruckendes Dokument aktueller kritischer Auseinandersetzung mit der eigenen Gesellschaft innerhalb des Irans. Auf einfühlsame Weise nähert sich Regisseur Jafar Panahi dem äußerst tragischen Schicksal seiner Hauptfiguren, zeigt unspektakuläre Unterdrückungsmechanismen wie Rauchverbot für Frauen oder auch drastischere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Dabei erhebt er keineswegs die Stimme eines arroganten Radikalen, welcher sich in simpler Schwarz-Weiß-Malerei gefiele, sondern er beleuchtet ein Geflecht aus unterschiedlichsten sozialen Ritualen, Regeln und deren Konsequenzen für die Frauen.

Bis ins kleinste Detail zeichnet "Der Kreis" ein komplexes gesellschaftliches Bild, ist zugleich pessimistischer Spiegel der Verhältnisse wie auch optimistisches Reflexbild vorhandener kritischer Töne. Der beim letztjährigen Filmfest in Venedig zurecht mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Film verbindet in ruhigem Erzählfluss persönliche Tragik von einzelnen Frauen mit dem großen Wurf eines sozialen Porträts. Der Weg zu einer anderen Stellung der Frau ist noch weit schreit er dabei trauernd hinaus.






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