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Tanguy - Der Nesthocker - André Dussollier, Sabine...erger
Tanguy - Der Nesthocker - André Dussollier, Sabine Azéma, Eric Berger
© Prokino

Kritik: Tanguy - Der Nesthocker (2001)


Freunde französischer Komödien aufgepasst: "Tanguy" ist originell und gegen den politisch korrekten Strich gebürstet, voller lebensnaher Pointen und von leichter satirischer Qualität. Nach langjähriger Pause hat Etienne Chatiliez von seinem schonungslos ätzenden Sezieren kleinbürgerlicher Scheinheiligkeit abgesehen und trotz seines ewigen Themas "Verlogene Familienwelt" einen viel zu harmlosen, kleinen Film fabriziert. Mal von der saumseligen Tempolosigkeit und so manchem Durchhänger abgesehen, gefällt vor allem der ungewöhnliche Komödienstoff und der durchtriebene Humor. Aber sogleich nimmt Chatiliez jeder Boshaftigkeit den Wind aus den Segeln, wenn er seine Figuren so stark karikiert, dass ihnen jede Menschlichkeit abgeht. Mag das Geschehen perfekt in einer nachbarschaftlichen Umgebung integriert sein, die Darsteller sind keine echten Lebewesen, sondern Schachfiguren, die sich zu bekriegen haben. Und das ist von penetranter Offensichtlichkeit. Diese Einschränkung mag noch eine passable Komödie erlauben, doch schleicht sich damit eine Beliebigkeit und Unverbindlichkeit ein, die weder Mitfühlen noch Verstehen ermöglicht. Derart distanziert kann man in Ruhe (denn Zeit hat man genug) über den unstimmigen, schleifenden Rhythmus nachdenken und wieso Chatiliez die Personen leiden lässt, aber gleichzeitig die Wirkung zurücknimmt. Als würde er sich nicht trauen, gemein zu sein. Diese Vermutung bestätigt sich beim grundlosen Happy End, bei dem alle Kalamitäten in einer rosa Seifenblase zerplatzen.




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