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Poster - Heiraten für Fortgeschrittene
Poster - Heiraten für Fortgeschrittene
© Senator Film

Kritik: Heiraten für Fortgeschrittene (2001)


Der britische Regisseur John McKay, welcher auch für das Drehbuch von "Heiraten für Fortgeschrittene" verantwortlich ist, versagt völlig auf der Ebene der Sensibilität sowie der Glaubwürdigkeit. Das geht bereits am Anfang des Filmes los, als die 40jährige Schuldirektorin in einer englischen Kleinstadt auf einer Beerdigung im Organisten einen ehemaligen Schüler erkennt, von dem sie sich sogleich auf einem Grab befriedigen lässt. Es sind nur wenige Filmkonstellationen denkbar, in denen so etwas amüsant sein könnte – etwa bei einer extrem übertriebenen Komödie mit hochgradig ausgeflippten Charakteren, und selbst dann bedarf es einer ausgesprochen geschickten Inszenierung, um nicht im Desaster zu enden. Hier ist es aber schlicht peinlich, weil die Schuldirektorin mitsamt ihren beiden Freundinnen zuvor als frustrierte, brave Frau eingeführt wurde, die an der Langweiligkeit ihres Lebens verzweifelt. So wirken die sexuellen Eskapaden mit dem 25jährigen wie der lächerliche Versuch, sich krampfhaft zu verjüngen. Distanzlos schwelgt McKay darin, ohne die Problematik, ob nun komödiantisch oder ernst, zu thematisieren. Statt dessen übernehmen die beiden Freundinnen, eine Ärztin sowie eine Polizistin, die Aufgabe der kritischen Beobachtung. Da sie sich aber zurückgesetzt fühlen, geht es dabei nicht um die Gefühle der Schuldirektorin, sondern lediglich um einen selbstsüchtigen Versuch, die Beziehung kaputt zu machen. Hierfür ist Ihnen vom schäbigen Herumwühlen in der Vergangenheit des jungen Mannes bis zur miesen Verführungsfalle jedes Mittel recht. McKay zeichnet derart unsympathische, egomanische Figuren, dass die Geschichte in jeder Szene in ihre schlecht konstruierten Einzelteile zerfällt. Symptomatisch dafür ist neben den peinlich gezeichneten Freundinnen der Schlingerkurs, mit dem der junge Liebhaber charakterisiert wird. Zuerst erscheint er als geiler Bock, der eine Gelegenheit nicht auslassen kann, dann soll er als ernsthafter Heiratskandidat herhalten, um darauf in einer Szene, wo er mit dem Ball spielt, von seiner Geliebten wie ein dummer Junge ausgeschimpft zu werden. Zu guter letzt opfert der Regisseur ihn auf derart willkürliche wie unangenehme Weise, dass McKay sich selbst ins menschliche Abseits stellt.





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