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Kritik: The Tuxedo - Gefahr im Anzug (2002)


Dass Jackie Chan von seinen Hollywood-Produkten herzlich wenig hält, erzählt der Action-Haudrauf jedem, der es hören will: "Rush Hour" und Co. findet der Martial-Arts-Experte schlichtweg überflüssig - aber was tut man nicht alles für einen Batzen Geld? Chans neuer Streifen "The Tuxedo" markiert indes einen neuen Tiefpunkt in der Hollywood-Karriere des schlagfertigen Asien-Exportes. Dem kindischen Agentenabenteuer kam bei der Entstehung offenbar nicht nur der Plot abhanden, den Machern aus der Traumfabrik ist es sogar gelungen, das jungenhaft-charmante Energiebündel aus Hongkong streckenweise matt und farblos darzustellen. Jackie Chans Markenzeichen sind nun einmal seine unglaublichen Stunt-Einlagen und furiose, perfekt choreographierte Prügelorgien. In "The Tuxedo" kickt Chan jedoch zu oft mit gebremstem Schaum - befindet der 48-Jährige physisch etwa auf dem absteigenden Ast? Statt irrwitziger Stunts gibt es Spezialeffekte aus dem Computer, und der Humor des Films schöpft überwiegend aus dem Fundus von präpubertären Schulkindern, der Hauptzielgruppe dieses Films. Um was es dabei geht? Ein bösartiger Mineralwasserkonzernbesitzer (Ritchie Coster) will die Welt erobern, indem er sämtliche Trinkwasser-Reservoirs mit Hilfe von Insekten nutzlos macht. Der schüchterne Jimmy Tong alias Chan soll das verhindern. Eine echte Herausforderung, schließlich ist Jimmy nur der Chauffeur eines Playboy-Millionärs (Jason Isaacs), zu dessen raffinierten Hobbys das Agentenhandwerk zählt. Der ahnungslose Jimmy stolpert also eher unfreiwillig in den (Wasser-)Fall und findet sich schließlich als Partner einer ebenfalls recht unerfahrenen Geheimagentin (Jennifer Love Hewitt) wieder, die er die ganze Zeit über nicht einmal küssen darf. Der eigentliche Star des schlecht konfektionierten Films ist Jimmys schwarzer Smoking - ein abgedrehtes High-Tech-Spielzeug, das seinem Träger ungeahnte Superkräfte gibt und ihn, je nach Bedarf, zu einer Kampfmaschine, einem Meistertänzer, Sänger oder Kung-Fu-Künstler macht. "Die Maske" goes "Inspector Gadget" goes James Bond - und ist dabei doch nur ein gleichermaßen müder wie ermüdender Abklatsch seiner Vorbilder. Ein Jackie Chan hat wirklich Besseres verdient.





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