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Kritik: Kissing Jessica (2001)


Nach einem Theaterstück führt uns "Kissing Jessica" in die wundersame Welt der gleichgeschlechtlichen Liebe auf Frauenseite. Dabei wird Charles Herman-Wurmfelds komödiantische Erzählung über eine junge Frau, die eigentlich heterosexuell ist, aber durch eine Kontaktanzeige neugierig auf deren Inserentin wird, durchgehend von einem charmanten Ton getragen. Natürlich bezieht der Film zu Gunsten so manchen Gags ein wenig billig Stellung, wenn zum Beispiel die Versuche Jessicas gezeigt werden, einen Mann zu finden. Bei ihren Dates, die ihre Mutter organisiert, trifft sie nur auf derart absonderliche Männer, das ihr nächster Schritt, auf die Anzeige zu antworten, geradezu logisch erscheint. Als die Liebe aber auf fruchtbaren Boden fällt, hat Jessica Schwierigkeiten, zu ihrer Partnerin zu stehen. Der Film behandelt überzeugend ihren Zwiespalt, der durch die moralischen Regeln der Umgebung ausgelöst wird. Dass sie sich für die wahre Liebe von solchen Schranken frei machen muss, um in einer neu gewonnenen Freiheit, dem Glück entgegen zu streben, ist eine der Lektionen, die Jessica lernen muss. Hier ergreift Wurmfeld klar Partei gegen das bigotte gesellschaftliche System. Humorvoll entlarvt er dessen Absurdität, um eine liberale Grundhaltung zu propagieren. Mit seiner Hauptfigur erschafft "Kissing Jssica" einen glaubwürdigen Prototyp einer modernen Frau, die selbstbewusst mit ihren Ängsten und Selbstzweifeln umgeht, so dass sie sich ihnen konstruktiv stellen kann. So treffen sich Witz und Tiefgang in einer kleinen angenehmen Komödie, die man sich durchaus ansehen darf.




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