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Kritik: Sass - Die Meisterdiebe (2000)


Die deutsche Vergangenheit hat schon manchen damaligen Zeitgenossen zur Leinwandgröße verholfen. Wie auch die Vilsmaier-Retrospektiven "Comedian Harmonists" und "Marlene" ist diese opulente Vitae der Weimarer Republik auf breiter Zuschauersuche und setzte den historisch verbürgten Gebrüdern Sass in dieser das Melodram streifenden Räuberpistole ein Denkmal.

Die Bank zahlt alles: Der zweite Kinofilm von TV-Regisseur Carlo Rola betont wie die Vilsmaier-Biographien ganz den Unterhaltungswert und nimmt sich einige "künstlerische" Freiheiten bei der filmtauglichen Lebensgestaltung des Einbrecherduos von Robin-Hood-Ruf. Um dessen Willen legt Ben Becker eine famose Show hin, für die ihm sein Co-Star Jürgen Vogel bereitwillig das Feld räumt. Statt nur die Coups mit Wort- und Situationskomik zu unterlegen, breiten sich auch zwei hinreißende Amouren aus, die sich aus dem farbenprächtig-mondänen Nachtleben der wilden Zwanziger speisen.

Selbst mit dem Tod vor Augen gehört Nonchalance und Humor zum Repertoire und reiht sich brav in den harmlos-amüsanten Stil ein - an John Boormans böse Satire "The General" reicht der auch in Nebenrollen mit bekannten Gesichtern aufwartende "Sass" nicht heran. Und will es auch nicht. Dem prächtig ausgestatteten Criminal Tango stehen eher Schauwerte und der souveräne, gefällige Plot (freilich im Autopilotmodus). Dem kantenlosen Eskapismus ohne größere Vorkommnisse und Ambitionen lässt sich somit uneingeschränkte Massentauglichkeit bescheinigen. Nicht mehr und nicht weniger.






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