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Hiam Abbass, Maher Kamoun - Roter Satin
Hiam Abbass, Maher Kamoun - Roter Satin
© Alamode Film

Kritik: Roter Satin (2002)


Nicht mehr und nicht weniger als die persönliche Freiheit verhandelt die französisch-tunesische Koproduktion "Roter Satin". Sie zeigt uns Charaktere, die sich entweder nicht trauen, etwas zu sagen, oder solche, die noch nicht wissen, was in ihnen schlummert. Die Entwicklung der alleinerziehenden Mutter von der eingeengten Hausfrau zur Bauchtänzerin in einem Cabaret für Männer ist ein hübsches Sinnbild der persönlichen Befreiung. Im Tanz findet die Frau sich selbst, findet zu ihrem Leben zurück, das sie seit dem Tod ihres Mannes mehr und mehr aufgegeben hatte. Ohne große dramatische Konflikte erzählt der Film vor allem ihre Geschichte, während die Tochter, die in einen Cabaret-Musiker verliebt ist, weniger stark im Zentrum steht. Sie bildet den interessanten Gegensatz zur traditionell eingestellten Mutter, ist Ausdruck eines moderneren Tunesien, in dem auch Parties gefeiert werden und angesagte Kleidung getragen wird. Da sich sonst nur wenig ereignet, ist der Film zwar ganz nett anzusehen und wird auch nie völlig langweilig, aber warum diese Geschichte nun erzählt wird, bleibt auch ein wenig im Dunkeln. Möglicherweise soll sie aber auch nur eine Bestandsaufnahme eines kleinen gesellschaftlichen Spektrums der tunesischen Wirklichkeit sein. Das hat "Roter Satin" auch, ohne unnötig spekulativ zu sein, geschafft.





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