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Kritik: Die Reisen des Santiago Calatrava (1999)


Christoph Schaub setzt sich mit seiner Dokumentation über den Stararchitekten Santiago Calatrava zwischen alle Stühle. Er liefert kein klassisches Portrait einer Persönlichkeit, das den biographischen Werdegang in Bezug zur Arbeit nachzeichnen würde. Solche Informationen liefert der Kommentar nur wenig, und die wirken auf Grund ihrer geringen Dichte dann auch so unentschlossen eingesetzt, dass man den Eindruck gewinnt, hier versucht jemand, einer Pflicht nachzukommen, weil es ohne Angaben dieser Art nicht geht, wenn man eine Dokumentation dreht. Der Film ist aber auch keine assoziative Werkmontage, die sich mit sinnlichen Bildern der Kunst des Herrn Calatrava widmen und über eine Verdichtung seines Werks einen Zugang zu seiner Persönlichkeit schaffen würde.

Stattdessen sieht man einen netten Eintopf aus hübsch gefilmten Bildern der Bauwerke, für die der Architekt verantwortlich ist, Statements des Mannes und Aufnahmen von seinen Baustellenbesuchen. Dabei kommt eine unausgegorene Mischung heraus, die weder den künstlerischen Aspekt wirklich in Angriff nimmt, noch die Persönlichkeit Herrn Calatravas näher vorstellt, noch sein Arbeitsleben zu verdeutlichen vermag. So ist es zwar ganz nett zu erfahren, dass viele der Bauwerke menschlichen Formen, wie beispielsweise dem Auge, nachempfunden sind, aber die Bedeutung des Ganzen bleibt im Dunkel.

Schaub versagt dabei, ein sehr spezielles Thema auch für die interessant zu machen, die sich noch nicht darin auskennen. Aber gerade das wäre die erste Pflicht eines Dokumentaristen.






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