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Kritik: 2 Fast 2 Furious (2003)


Überall Schrott

Hohe Oktanzahl, niedriger IQ: "2 Fast 2 Furious", die dröhnende Fortsetzung des Überraschungshits "The Fast and the Furious", ist garantiert "2 Dumb 4 U". Immerhin ist die gewalttätige Teenie-Fantasie ein entwaffnend ehrliches Spektakel, das seine formelhafte Bauweise freimütig offenbart. Das von röhrenden Motoren und der hämmernden Musik betäubte Publikum kommt deshalb gar nicht erst auf den Gedanken, hinter seichten Klischees und redundanten Dialogen eine Handlung zu vermuten. Hauptsache stylisch, laut und aufgemotzt.

Der angehende Superstar hatte zu hoch gepokert: Als Universals Studiochefin Stacey Snider von Vin Diesels unverschämter Gagenforderung erfuhr, setzte sie ihn eiskalt vor die Tür. Für die Fortsetzung des Überraschungshits "The Fast and the Furious" hatte Snider vorsorglich zwei Drehbuchfassungen anfertigen lassen - eine mit und eine ohne Diesel. Bei "2 Fast 2 Furious" sprang deshalb der R&B-Musiker Tyrese Gibson, den Regisseur John Singleton bereits in "Baby Boy" gecastet hatte, als Paul Walkers Buddy ein. Eine hervorragende Wahl: Denn Tyrese ist nicht nur billiger, sondern auch mindestens so cool wie Mr. "XXX". Außerdem, liebe Leserinnen, hat er ein besseres Fahrgestell.

Mehr Muskeln haben diesmal auch die Flitzer aus Fernost, in denen sich Walker und Co. haarsträubende Verfolgungsjagden liefern. Schauplatz ist die Art-Deco-Metropole Miami. Dort bekommt Ex-Cop Brian O'Conner (Walker) eine letzte Chance, sich zu rehabilitieren. Denn die Behörden sind bereits seit einem Jahr hinter Carter Verone (Cole Hauser) her, dessen Import/Export-Firma Geldwäsche im großen Stil betreibt. Zu dumm, dass man Verone nichts nachweisen kann - bekannt ist nur sein Faible für verbotene Autorennen. Also wird O'Conner engagiert, um das zu tun, was er am besten kann: sich mit anderen Verrückten halsbrecherische Straßenrennen liefern. Verkompliziert wird die Mission durch die verführerische Undercover-Polizistin Monica Fuentes (Eva Mendes) und durch O'Conners neuen Partner Roman Pearce (Tyrese) - ein bulliger Ex-Sträfling, der nichts mehr zu verlieren hat.

Geistiger Blechschaden

"2 Fast 2 Furious" ist ein seichtes Action-Feuerwerk mit durchgestylten Bildern, glitzernden Kulissen, pseudocoolen Typen und entsprechend dummen Sprüchen. "Shaft"-Regisseur John Singleton hat diese Zutaten rasant zu hämmernder Musik geschnitten - ein nennenswerter Plot ist folglich nirgends auszumachen. Das Skript verspritzt so viel Testosteron, dass Logik und Vernunft auf diesem schlüpfrigen Belag ins Schleudern kommen. Das Drehbuch dient vielmehr als Vorwand für Verfolgungsjagden, Stunts und filmische Gewalt - und macht, was sehr erfrischend ist, aus diesem Umstand keinen Hehl. Die Soundeffekte sind wichtiger als die Dialoge, und das Ergebnis ist ein Overkill von blank polierten Oberflächlichkeiten, den ein normaler Mensch maximal zehn Minuten lang ertragen kann, ohne geistigen Blechschaden zu erleiden. Aber natürlich richtet sich "2 Fast 2 Furious" gar nicht an normale Menschen, sondern an Teenager. Und den hochgradig Pubertierenden stellt sich bei diesem Film vermutlich einzig und allein die Frage, welche Kurven abgefahrener sind: die der rassigen Boliden oder die der sexy Girls.





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