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Van Helsing
Van Helsing
© United International Pictures

Kritik: Van Helsing (2004)


"Van Helsing": Geldverschwendung à la Hollywood – eine cineastische Tortur zwischen George Lucas und Ed Wood
Fegefeuer der Peinlichkeiten
Das 150 Millionen Dollar teure Action-Gruselabenteuer "Van Helsing" markiert nicht nur den Start des Kinosommers, sondern auch einen Tiefpunkt in der Kunst des kreativen Filmemachens. Denn anstatt eine Geschichte zu erzählen, zählt Regisseur und Drehbuchautor Stephen Sommers bloß Spezialeffekte auf. Das mitunter unfreiwillig komische Spektakel ist so seelenlos wie Dracula und Co.
Willkommen in Recycle-City. Man nehme eine Handvoll Kultfiguren (Dracula, Wolfman, Frankenstein & Co.) aus dem Horrorfundus der Universal-Studios und werfe sie mit einigen Hollywood-Zweitligisten (Hugh Jackman und Kate Beckinsale) sowie preiswerten, da unbekannten Nebendarstellern zusammen (Richard Roxburgh, Will Kemp, Shuler Hensley und David Wenham). Als Katalysatoren für das unverdauliche Gemenge dienen ein besonders dickes Scheckbuch und eine Effektfabrik, die – gegen angemessene Entschädigung – mit ihren Computern auch den allergrößten Unsinn bierernst auf die Leinwand malt. Willkommen bei "Van Helsing". Blockbuster-Macher Stephen Sommers ("Die Mumie" 1 & 2) hatte bei diesem durch und durch gescheiterten Versuch, drei klassische Kinomonster in einem aufwändigen Action-Streifen zu vereinen, wohl eine Art Hommage im Sinn. Herausgekommen ist hingegen eine unfreiwillige Parodie des Genres, bei der manch göttlicher Dialog zwischen Hugh Jackman und Kate Beckinsale durchaus von Bully Herbig hätte stammen können.
Ein Kessel Buntes
Alles ist drin, nichts passt zusammen: Graf Dracula (Roxburgh) und seine flatterhaften Bräute haben ein Fortpflanzungsproblem, das sie mit Hilfe von Frankensteins Monster (und jeder Menge Blitz und Donner) lösen wollen. Gleichzeitig stehen sie auf der Abschussliste unseres von Gedächtnisschwund geplagten Titelhelden (Jackman) und seiner in allen Lebenslagen perfekt geschminkten Kusspartnerin Anna (Beckinsale). Annas Bruder Velkan (Kemp) wiederum fetzt sich bei Vollmond sehr effektvoll seine Haut vom Leib, um den Werwolf in ihm herauszulassen – ansonsten ist er für die Handlung eher nebensächlich. Ein ähnlich eindimensionaler Sidekick ist auch Tollpatsch Carl (Wenham), der in James-Bond-Manier das umfangreiche Waffenarsenal der Monsterjäger wartet – und ganz am Rand für ein paar müde Lacher sorgt. Handlung und Figuren wären damit ausreichend umrissen, der Rest des Films besteht aus übertriebener Action, künstlichen Spezialeffekten und absurden Dialogen, die zu allem Überfluss auch noch unter der deutschen Synchronisation gelitten haben. Hinter den mit der visuellen Brechstange erzwungenen Superlativen von "Van Helsing" lauert blanke Einfallslosigkeit, und die eigentliche Ausgeburt der Hölle ist natürlich Stephen Sommers selbst, der als Regisseur und Drehbuchautor die grandiose Talentlosigkeit eines Ed Wood mit den Möglichkeiten eines 1000-köpfigen Teams und von George Lucas kombinierte, dessen Trickstudio ILM für die Effekte sorgte. Sommers aber kann wohl keine Silberkugel, sondern nur ein finanzieller Flop des Films zur Strecke bringen – doch der ist angesichts des großen Marketingaufwandes alles andere als gewiss.




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