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Kritik: Hollywood Cops (2003)


Pat und Patachon Stadt der falschen Träume: Wenn sie sich nicht mit dem Mut der Verzweiflung als Immobilienmakler, Jogalehrer oder Möchtegernschauspieler betätigen, lösen Josh Hartnett und Harrison Ford als "Hollywood Cops" quasi im Vorbeigehen einen Mordfall im Rapper-Milieu von Los Angeles. Ein Heimatfilm der etwas anderen Art. Schwarz und weiß, Ost und West, durchgeknallt und regeltreu - es sind die Unterschiede zwischen den Akteuren, die uns die so genannten Buddy-Movies schmackhaft machen sollen. In "Hollywood Cops" ist es nicht nur die Altersdifferenz, die K.C. Calden und Joe Gavilan, zwei Detectives bei der Mordkommission in Hollywood, zu ungleichen Partnern macht: Joe Gavilan (Harrison Ford) ist ein wandelndes Klischee mit einem Gesichtsausdruck irgendwo zwischen "Dirty Harry" und "Columbo", drei Ex-Frauen, Geldsorgen und einem zweiten Job als Immobilienmakler. Und während Joe ("Ich nehme täglich mein Ginseng, damit ich nicht vergesse, wo ich mein Viagra aufbewahre") wie ein Besessener ein Haus verkaufen will und zunächst keine Frau mehr abzukriegen scheint, träumt sein niedlicher Kollege Calden (Josh Hartnett) von einer Schauspielkarriere, probt auf dem Balkon "Endstation Sehnsucht" und gibt schönen Frauen Joga-Unterricht - gerne auch nachts in seinem Bett. Keine Frage: Hier ermitteln Pat und Patachon - sogar die Klingeltöne ihrer Handys scheinen sich zu duellieren. Da grenzt es an ein Wunder, dass die beiden im Verlauf des Films noch einen Mordfall im Musikgeschäft aufklären: Ein paar Rapper wurden abgemurkst, und Plattenmogul Antoine Sartain (Isaiah Washington) könnte darin verwickelt sein. Ein anderer Cop behindert jedoch die Ermittlungen des Duos: Bennie Macko (Bruce Greenwood) hat Joe Gavilan schon lange auf dem Kieker und will ihn wegen Korruption drankriegen. Außerdem gibt es noch einen richtig bösen Bullen (Dwight Yoakam), der Caldens Vater auf dem nicht vorhandenen Gewissen haben könnte. Mürrische Lakonik Starker Tobak? Nicht wirklich. Denn Regisseur Ron Shelton, dessen Drama "Dark Blue" mit Kurt Russell unlängst die Korruption und faulen Kompromisse bei der Polizei von Los Angeles beleuchtete, schlägt diesmal komischere Töne an. Die Handlung ist dabei fast Nebensache: "Hollywood Cops" ist eben gar kein Krimi, sondern vielmehr eine ironische Komödie über Los Angeles, wo jeder gerne etwas anderes wäre, als er ist. Es ist die Stadt der großen Träume, in der Geld, Ruhm und Macht zum Greifen nah erscheinen - und für das Gros der Suchenden doch unerreichbar sind. Für die Bewohner dieser Stadt ist "Hollywood Cops" eine Art Heimatfilm, der viele der Sehenswürdigkeiten von Los Angeles (inklusive der Nutten am Hollywood Boulevard) in die Handlung integriert und zum Schluss eine irrwitzige Verfolgungsjagd anzettelt, bei der die U-Bahn-Station unter dem brandneuen Kodak-Theater (wo jedes Jahr die Oscars übergeben werden) und das Premierenkino Chinese Theatre, wo sich Altstar Robert Wagner bei einem Gastauftritt die Hände schmutzig macht, eine herausragende Rolle spielen. Der eigentliche Grund, sich "Hollywood Cops" anzusehen, ist allerdings Harrison Ford. An der Seite von Josh Hartnett stellt der inzwischen 61-Jährige sehr eindrucksvoll sein komisches Talent zur Schau und besticht mit abgeklärter, mürrischer Lakonik. Da freut man sich schon jetzt auf den vierten Teil von "Indiana Jones".





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