VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Die Rückkehr  Movienet Film GmbH
Die Rückkehr Movienet Film GmbH

Kritik: The Return - Die Rückkehr (2003)


Der Film beginnt im Wasser, Wasser, nichts als Wasser und sechs Jugendliche. Sie alle springen von einem hohen Turm ins feuchte Nass. Nur einer bekommt Panik, der scheinbar Jüngste: Ivan. Er traut sich nicht, bleibt allein auf dem Turm zurück, bis die Mutter den total verängstigten Jungen rettet. Seine Freunde nennen ihn „Schwein“. Er wird verprügelt und ein Wettrennen durch die Strassen beginnt- dies ist der Anfang des Filmes.

Die Natur wirkt kalt, wild, unbezwingbar, die ganze Atmosphäre des Filmes ist erdrückend. Unterteilt in verschiedene Tage, wird uns eine sehr ruhige, aber dennoch ungewöhnliche Geschichte präsentiert.
Wir sind in Russland, bei einer Familie, in der es aus irgendwelchen Gründen Spannungen zu geben scheint. Ein Mann taucht auf, der 10 Jahre weg war und wird als Vater eingeführt. Angeblich ein Pilot, aber niemand weiß genau, wer er ist und was er vorher in seinem Leben getan hat. Die Dialoge sind kurz und banal, scheinbar ein Stilmittel des Filmes, um die Einsamkeit der einzelnen Personen hervorzuheben.
Die zwei Söhne, Ivan und Andrej, begeben sich mit diesem, ihnen fremden Mann auf eine Reise durch das unfreundlich wirkende Russland. Er trinkt beim Fahren, weist seine Söhne ihn „Vater“ zu nennen und scheint auch sonst ein sehr eigenartiger Kerl zu sein, der weiß was er will und dies gegen die Menschen in seiner Umgebung durchsetzen kann. Ivan, der jüngere von den beiden, rebelliert gegen den tyrannischen Vater. Er unterzieht seine Söhne mehreren Lektionen. Beispielsweise lässt er sie die Rechnung in einem Restaurant begleichen, diese werden ausgeraubt, aber keiner der beiden Jungs wehrt sich. Daddy schreitet ein, holt sich das Geld zurück. Er sagt, er habe etwas zu erledigen, aber was? Die Reise geht weiter. Sie werden in sämtliche überlebenswichtige Dinge in der Einsamkeit eingeführt. Wie fischt man, wie baut man ein Zelt auf, wie bekommt man sein Auto wieder aus einer Schlammgrube heraus? Die Reise wird zum Survivaltrip. Er erwartet Dinge von den Kindern, die Erwachsene normalerweise Jugendlichen nicht zumuten würden…Viele der Dialoge der beiden Jungs sind geflüstert, da sie vorzugsweise in Ruhe miteinander sprechen, wenn sie im Bett liegen. Andrej scheint immer weiter auf die Seite des Vaters zu rutschen, bewundert ihn. Ivan hält sein Rebellentum durch. Ein Streit zwischen den Jungs und dem Vater eskaliert, Ivan klettert auf einen Turm, ähnlich dem der Exposition, und droht zu springen. Durch einen Unfall stürzt der Vater, dessen Vorname im Film kein einziges Mal fällt, in den Tod- die Jungs sind auf sich allein gestellt.
Sie schleppen ihren Vater zurück zum Boot, schippern Richtung Auto, doch es kommt anders: das Boot mit dem toten Vater versinkt. Dies ist ein langer Moment der Leere. Der vorher nicht wirklich akzeptierte und teilweise gehasste Vater, scheint der einzige Halt gewesen zu sein- eine sehr beklemmende Szene. Der Film endet im Wasser, der Kreis schließt sich.
Man bekommt in diesem Drama sehr viel Landschaft vorgeführt, die sich im Laufe des Filmes ständig verändert. Genauso wie die Farben des Filmes, die mal kühl blau, mal satt grün, oder einfach mal recht schwach sind.
Lange ruhige Kameraeinstellungen, ohne viel Gerede, aussagekräftige Bilder, mit sanfter Musik unterlegt, die mehr sagt, als es Worte tun könnten. Drei Figuren, um die sich die Geschichte dreht, mehr braucht der Film nicht, um seine Geschichte zu entfalten.
Es handelt sich hier definitiv um ein Werk, dass es schafft, den Zuschauer nach Ende des Abspanns nachdenklich im Kinosessel sitzen zu bleiben…





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.