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Saint Jacques ... Pilgern auf Französisch
Saint Jacques ... Pilgern auf Französisch
© Schwarz-Weiss Filmverleih

Kritik: Saint Jacques - Pilgern auf Französisch (2005)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Pünktlich zum Kinostart der Hape-Kerkeling-Romanverfilmung "Ich bin dann mal weg" mit Devid Striesow, startet am selben Tag die französische Komödie "Saint Jacques" wieder in den deutschen Kinos. Das Besondere: der Film ist bereits zehn Jahre alt und lief schon 2007 in den deutschen Kinos. Aufgrund der großen Beliebtheit des Jakobsweg und der Thematik vor allem in deutschsprachigen Ländern (Kerkelings Buch verkaufte sich in Deutschland rund fünf Millionen mal), findet der Film jetzt seinen Weg zurück in die Lichtspielhäuser. Jahr für Jahr zieht der Jakobsweg mit seiner in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommenen Hauptroute durch Nordspanien unzählige Touristen und Pilger an. Regisseurin Coline Serreau hat Erfahrung mit Komödien: ihr 85er-Werk "Drei Männer und ein Baby" entwickelte sich zum internationalen Publikumshit, zog eine US-Neuverfilmung (u.a. mit Steve Guttenberg) nach sich und wurde sogar für den Oscar nominiert.

Zwar fällt "Saint Jacques" bezogen auf seine Dramaturgie und den Handlungsverlauf recht vorhersehbar, überraschungsarm und konventionell aus, dennoch besticht der Film durch imposante Landschaftsaufnahmen, einen schrullig-lakonischen Humor und letztlich eine sympathische Grundstimmung sowie (vor allem im letzten Drittel) mitmenschliche Wärme, die einfach perfekt zur Weihnachtszeit passt. Deshalb ist das Wiederaufführung-Datum des Films tatsächlich nicht nur wegen des Parallelstarts von "Ich bin dann mal weg" klug gewählt. Natürlich wird sich manch einer aufgrund des hohen, kitschig-weichgespülten Schmalz- und Wohlfühlfaktors am Ende ärgern, dennoch überwiegen im Film die positiven Momente, vor allem auch was die wunderbar abseitigen, skurrilen Eigen- und Besonderheiten der so unterschiedlichen aber allesamt liebenswerten Pilger betrifft.

Denn die drei Geschwister - die auf ihrer langen Reise eine beachtliche Läuterung von geldgierigen, zerstrittenen Menschen zu einfühlsamen, liebenswürdigen Wesen durchmachen – treffen auf einen bunten, bizarren Haufen anderer Pilger, von denen jeder seinen ganz eigenen Grund hat, wieso er sich auf den Weg zum Grab des Apostels Jakobus begibt. Da ist z.B. ein Araber der unter Liebeskummer leidet, dessen Cousin, der sich auf dem Weg gen Mekka wähnt, eine sich von ihrer Krebstherapie erholende Frau oder zwei Abiturientinnen, die die Reise ebenfalls wie Claude, Clara und Pierre nicht ganz freiwillig antreten. Das Miteinander der andersartigen Charaktere ist höchst spannend und unterhaltsam mit anzusehen, wie sie sich streiten, zusammenraufen, diskutieren, sich gegenseitig antreiben und motivieren und (natürlich) auch ineinander verlieben.

Fazit: Trotz vorhersehbarer Handlung und eines überraschungsarmen Endes, ein sympathischer, mit schrulligen Charakteren ausstaffierter Film über die Kraft der Überwindung, Motivation und menschliches Miteinander.




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