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I am Legend
I am Legend
© 2007 Warner Bros. Ent.

Kritik: I am Legend (2008)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Was würdest Du tun, wenn Du der letzte Mensch auf Erden wärst?
Robert Nevilles Möglichkeiten sind durch ihn belauernde Untote und die fieberhafte Suche nach einem Impfstoff gegen den Virus, der einst des Rest seiner Spezies auslöschte, begrenzt. New York hat sich drei Jahre nach der Apokalypse zu einer friedlichen Wildnis – tagsüber jedenfalls – entwickelt, die Neville mit seiner Schäferhündin Sam, Antilopen und der sympathischen Löwenfamilie von nebenan teilt. Wie konnte es dazu kommen? Der geschickt reduzierte Prolog zeigt, dass eine Britin (Emma Thompson) für die Katastrophe verantwortlich ist – indem sie ein Heilmittel gegen Krebs erfand, dass einige unerfreuliche Nebenwirkungen mit sich brachte. Neville gehört zu einem Prozent der Menschheit, das sich als immun herausstellte. "I Am Legend" basiert auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Schriftstellers Richard Matheson, aus dem Jahr 1954. Er wurde bereits zwei mal verfilmt, als "The Last Man on Earth" (1964),mit Vincent Price und "Der Omega-Mann" (1971), mit Charlton Heston. Die jüngste Version von Francis Lawrence ("Constantine") beeindruckt zunächst mit zauberhaften, wenn auch beklemmenden Bildern einer verfallenen Metropole, Will Smith' psychologisch ausgefeilter Darstellung und einer äußerst spannenden Begegnung mit den lichtscheuen Mutanten.
Sobald diese dann aber klar zu sehen sind, geht’s bergab: Dass in einem derart teuren Blockbuster die komplett CGI-animierten Monster unter dem Niveau eines durchschnittlichen Computerspiels daherkommen, wirkt einigermaßen befremdlich – untot muss schließlich nicht unecht heißen, wie man bei dem ähnlich gestrickten aber wesentlich besseren "28 Days Later" studieren kann. Ob messianische Rettungsaktionen und eine recht aufdringliche religiöse Botschaft in einen apokalyptischen Viecherfilm passen, sei ebenfalls dahingestellt.
Dabei wird die Spannung in den ersten sechzig Minuten geschickt und wie beiläufig aufgebaut: Neville lebt, obwohl alleine auf der Welt, nach einer strikten Routine – um das Überleben überhaupt lebenswert zu machen. Er sendet regelmäßig Nachrichten, forscht unverdrossen nach einem Gegenmittel, durchkämmt die Stadt Block für Block nach Lebensmitteln und Medikamenten und hält sich und Sam fit. Seine Fähigkeit, zu kommunizieren, verkümmert zusehends und auch seiner Wahrnehmung kann er nicht mehr ganz trauen. Was an sich schon weitaus gruseliger anzusehen ist, als die Videospielbiester. Leider verpufft die Spannung im letzten Drittel fast vollends. Anstatt sich auf die emotionale Tragweite von Smith (und Schäferhündin Abbie) zu verlassen, wurde dem Plot eine hastige Wendung mit allerlei Ungereimtheiten aufgepfropft. Dennoch: Langweilen kann man sich bei "I Am Legend" sicher nicht. Die ruhigeren Szenen sind atmosphärisch überzeugend inszeniert, Grusel gibt es zur Genüge und sobald der Plot kippt, geht ohnehin alles sehr schnell. Fazit: "I Am Legend" ist einer dieser Filme, die unter einer gewissen Unausgewogenheit leiden. Auf die spannenden und stimmigen ersten zwei Drittel folgt ein unausgegorener Murks aus Religion und billigen CGI-Monstern.




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