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Hairspray
Hairspray
© 2007 Warner Bros. Ent.

Kritik: Hairspray (2007)


1988 brachte Regisseur John Waters das von ihm verfasste und inszenierte, ziemlich schrille Musical "Hairspray" in die Kinos, dessen Story davon erzählt wie sich das naiv-liebenswerte Pummelchen Tracy Turnblad (damals gespielt von Newcomerin Ricky Lake) im Baltimore des Jahres 1962 gegen alle Widerstände und Vorurteile ihren Traum von einer Karriere als Tänzerin in ihrer Lieblings-TV-Show erfüllt. Das Musical mit Divine als Tracys Mutter Edna und Jerry Stiller als ihr Vater Wilbur, avancierte schnell zum Kult und wurde im Jahr 2002 schließlich auch für die Bühne adaptiert.

Vorweg: Es ist eine ganze Weile her, dass ich das Original-Musical von John Waters zuletzt gesehen habe und meine Erinnerung ist nicht mehr allzu detailliert. Was ich aber noch weiß ist, dass er mir wirklich gut gefallen hat. Als ich von den Remake-Plänen hörte, war ich von dem Gedanken nicht gerade angetan – wozu ein Remake, wenn doch das Original selbst schon kultig ist? Kann ja nur schief gehen – dachte ich. Keinesfalls besser wurden meine Erwartungen, als bekannt wurde, dass unter der Regie von "Wedding Planer"-Regisseur Adam Shankman ausgerechnet John Travolta (der mir in letzter Zeit eigentlich ein wenig auf die Nerven ging) Divine in der nicht unwichtigen Rolle der Mutter Edna Turnblad beerben solle.

Mit einigermaßen unguten Vorahnungen bin ich also in die Vorführung der Neufassung gegangen – und umso überraschter und begeisterter wieder herausgekommen:

Schon bei der Eröffnungsszene, in der nun Newcomerin Nikky Blonsky in der Pummelchen-Hauptrolle Tracy Turnblad auf einem Müllwagen sitzend "Good Morning Baltimore" jauchzt, musste ich kichern – und habe den ganzen Film über nicht mehr damit aufgehört. Und – so schwer es mir fällt es zuzugeben – das nicht nur trotz, sondern auch gerade wegen John Travolta, der als Edna Turnblad ohne Frage seine beste Performance seit langem abliefert. Dank allerlei maskenbildnerischer Tricks zur Moppel-Mutti mutiert, sieht er seiner Filmtochter Blonsky erstaunlich ähnlich und bildet, zusammen mit dem gegen seinen üblichen Rollentyp besetzen Christopher Walken (als liebenswerter Papa Wilbur Turnblad), ein absolutes Dreamteam. So ist denn auch ein von Walken und Travolta gesungen und getanztes Duett einer der Höhepunkte des Films – allein dafür lohnt sich der Kinobesuch.

Aber nicht nur Travolta läuft hier zu ungahnter Höchstform auf – die gesamte Darstellerriege, von Michelle Pfeiffer (Velma Von Tussle) über Amanda Bynes (Penny Pingleton) und Queen Latifah (Motormouth Mable), bis hin zu Britanny Snow (Amber Von Tussle), James Marsden (Corny Collins) und Allison Janney (Prudy Pingleton) ist großartig und von der Haupt- bis hin zu der kleinsten Nebenrolle perfekt besetzt. Schön auch die Referenzen an den Original-Film: So kehrt etwa Ex-Hauptdarstellerin Ricky Lake als Talentscout wieder und der ehemalige Wilbur-Darsteller Jerry Stiller darf nun als Mr. Pinky John Travoltas Edna umschwärmen.

Die Story ist ohnehin klasse, und auch sonst gibt es absolut nichts zu meckern – Kamera, Regie und Choreographie, Schnitt, Soundtrack, Maske – alles 1a. Ein klarer Beweis dafür, dass Remakes nicht schlechter sein müssen als das Original. - und - ich sage das wirklich, wirklich selten – für mich einer der besten Filme, die ich in diesem Jahr gesehen habe.





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