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Prince of Persia - Der Sand der Zeit
Prince of Persia - Der Sand der Zeit
© Disney Enterprises, Inc. and Jerry Bruckheimer, Inc. All rights reserved.

Kritik: Prince of Persia - Der Sand der Zeit (2009)


Von der Trickfilmschmiede und Vergnügungsparkbetreiber zu einem der größten Entertaintment- und Filmgiganten weltweit. Das ist kurzgefasst die Disney-History. Mit einem tat sich der Unterhaltungsriese aber seit jeher schwer: aus seinem eigenen, scheinbar übermächtigen kinder- und familiengerechten Schatten herauszutreten und knackiges abendfüllendes Kino für Erwachsene zu produzieren. Schon der erste Versuch im Jahre 1979 mit dem Sci-Fi-Film "Das Schwarze Loch", der top besetzt war, scheiterte. Obschon reichlich gute Ansätze zu erkennen waren, konnte sich der Streifen schlussendlich eines gewissen naiven Elements nicht erwehren.

Über 30 Jahre sind seither vergangen und Disney müht sich immer noch diesen Touch vollends loszuwerden. Die Allianz mit dem Blockbustergaranten Jerry Bruckheimer, die seit einiger Zeit besteht, unterstreicht deutlich den Versuch, Kino zumindest auch für jene zwischen 16-25 Jahre (und älter) machen zu wollen. Jüngstes Projekt dieses Schulterschlusses ist die Adaption des modernen Computerspiel-Klassikers "Prince of Persia", einem Jump'n'Run und Action-Adventures, dass seine Erstauflage im Jahr 1989 feierte.

Es ist die Geschichte des ehemaligen Straßenjungen Dastan. Der Mut des Waisen, der sich als kleiner Dieb auf den Basaren des Persiens im sechsten Jahrhunderts durchschlug, war es, der die Aufmerksamkeit des persischen Königs Sharaman (Ronald Pickup) erregte: Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen, entschloss sich dieser, den Jungen als dritten Sohn anzunehmen. 15 Jahre sind seither vergangen, der erwachsene Dastan (Jake Gyllenhaal) kämpft an der Seite seiner beiden Brüder aus königlichem Geschlecht. Auf den Rat seines Onkels Nizam (Sir Ben Kingsley) entscheidet Prinz Tus (Richard Coyle), der eines Tages den Thron seines Vaters besteigen wird, die als heilig geltende Stadt Alamut einzunehmen.

Während der mittlere, der drei Pinzen Garsiv (Toby Kebbell) den Frontaleingriff auf die Stadtmauern führt, gelangt Dastan Dank seiner akrobatischen Künste mit einer kleinen Schar Getreuer in die Stadt und öffnet die Tore. Der Sieg ist sicher und Dastan ist der Held der Stunde. Während des Kampfes gelangte ein kostbar anmutender Dolch in seinen Besitz. Es ist eine Waffe von ungemeiner Macht, doch Dustan ahnt nichts davon. Als während der Siegesfeier plötzlich der König tot umfällt, nachdem ihm Dustan einen vergifteten Mantel umgelegte, den ihm sein ältester Bruder als Geschenk für ihren Vater gab, halten plötzlich alle ihn für den Mörder. Er muss fliehen und hat obendrein die Prinzessin von Alamut (Gemma Arterton) im Schlepp. Die Hatz beginnt und noch mehr als auf ihn, haben es die Häscher auf den mysteriösen Dolch abgesehen.

Wo immer ein Jerry Bruckheimer as Produzent an Bord ist, merkt man das dem Streifen auch überdeutlich an. Es sind die ewig gleichen atemlosen Spektakel, in denen sich variationsarm Szene an Szene reiht. Überdies darf gerade bei dieser Produktion nicht vergessen werden, dass die Vorlage ein Computerspiel war; allzu viel Substanz oder Vielschichtigkeit darf man also nicht erwarten. Jake Gyllenhaal überrascht insoweit, dass er seiner Filmfigur zumindest physisch Glaubwürdigkeit zu verleihen vermag. Ein netter Gag zudem Alfred Molina einzubauen. Er übernimmt die Rolle des zwielichtig-schmierigen Scheichs Amar, von dem man lange nicht weiß, auf welcher Seite er schlussendlich stehen wird. Allerdings ist die Zeit, welche diesem Charakter zugebilligt wurde, reichlich knapp bemessen.

Story- wie ideenmäßig schafft es Prince of Persia aber, der versucht wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht anzumuten, trotz eines imposanten Designs, nicht wirklich zu bezaubern. Die Handlung ist im Grunde furchtbar simpel strukturiert und das ganze Tohuwabohu fügt dem keine nennenswerte Komplexität zu. Überdies sollte sich gehobenes Popcorn-Entertaintment für Erwachsene eigentlich auch durch eine gewisse Süffisanz in den Dialogen auszeichnen, wie es beispielsweise sehr schön im ersten Teil der "Mumie"-Trilogie umgesetzt wurde. Zwar müht man sich bei "Prince of Persia" eine Art Screewball-Element in die überaus züchtigen Romanze zwischen Dustan und der alamutischen Prinzessin zu etablieren, leider gelingt damit aber nur, das Gebrabbel zwischen den beiden halbneurotisch erscheinen zu lassen. Schauspielerisch gibt es grundsätzlich außer der kurz gehaltenen Rolle Molinas nicht viel Außergewöhnliches zu vermerken. Bestenfalls Kingsley, der zwischenzeitlich auch schon in einigen zweitklassigen Produktionen zu sehen war, verleiht dem Streifen eine gewisse Noblesse. Der Star der Show Jake Gyllenhaal wartet diesbezüglich lediglich mit einem einzigen Gesichtsausdruck auf, der irgendwo zwischen verdutzt und lausbübisch verhaart, was seinen eindimensionalen Schönling-Charme unterstreicht und Gemma Arterton wirkt zuweilen als würde sie durch den Film geschleppt, ohne so recht zu wissen, was das ganze Spektakel eigentlich soll.

Fazit: Solide Bombastunterhaltung ist garantiert, sofern man jegliche größere Erwartungshaltung im Vorhinein aus seinem Hirn verbannt und bereit ist, bei allerlei Logikfehlern und hanebüchenen Wendungen auf Durchzug zu schalten. Die Fans des Computerspiels werden zudem sicherlich mit einigen Reminiszenzen belohnt. Wer aber auf kultige Unterhaltung mit Erinnerungswert hofft, macht besser einen Bogen um diesen Film.




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