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Schwedisch für Fortgeschrittene
Schwedisch für Fortgeschrittene
© 2007 PROKINO Filmverleih GmbH

Kritik: Schwedisch für Fortgeschrittene (2006)


Seit Jahrzehnten lebt und arbeitet der gebürtige Engländer Colin Nutely in Schweden. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Helena Bergström, die auch in „Schwedisch für Anfänger eine der beiden Hauptrollen übernommen hat, drehte Nutelly bereits 11 Kinofilme. Inzwischen gilt der Regisseur und Autor als einer der erfolgreichsten Filmemacher Schwedens, mehrfach wurden seine Filme für die Skandinavier ins Oscar-Rennen geschickt.

Mit „Schwedisch für Fortgeschrittene“ legt Nutely nun eine Komödie vor, in der zwei Frauen lebenslustig eine zweite Pubertät durchleben und so ihre durch die Trennung von ihren Ehemännern ausgelöste Midlife-Crisis bekämpfen.

Ohne weichzeichnende Filter à la Hollywood in realistischem Stil gedreht kommt „Schwedisch für Fortgeschrittene“ unverkrampft und urkomisch daher – was auch dem Dreamteam Maria Lundqvist und Helena Bergström zu verdanken ist, das in den Hauptrollen der Anfangs spröden, dann auftauenden Gudrun und der lebenlustigen, (meist) souveränen Elisabeth so richtig glänzen kann.

Frauen, vor allem wenn sie die 25 schon ein Weilchen hinter sich gelassen haben, dürften in dem Film ihren Spaß haben. Männer möglicherweise weniger, denn tatsächlich ist „Schwedisch für Fortgeschrittene“ einer jener doch eher seltenen Filme, in denen nicht ein einziger Mann gut wegkommt. Sobald die notorisch untreuen Ehemänner versuchen, sich wieder in das Leben der beiden Hauptfiguren zu drängen ist Schluss mit lustig – sah man die beiden Frauen eben noch ausgelassen Feiern, sieht man sie im nächsten Moment wieder frustriert und gelangweilt ihrer Arbeit nachgehen. Soll heißen: Kommt der Mann, verschwindet für die Frau jegliche Lebensfreude. Das ist ohne Frage nicht unbedingt Männerfreundlich, auch wenn es überraschenderweise von einem Mann geschrieben und inszeniert wurde. So wird es ganz sicher einige männliche Kinogänger geben, die über „Schwedisch für Fortgeschrittene“ nicht so richtig gelöst lachen können. Aber: Es ist anzunehmen dass männliche Wesen existieren, die zwischen Komödie und persönlichem Vorwurf unterscheiden können und sich in der Lage sehen das hinzunehmen, was Frauen in Kino und TV nicht wirklich selten akzeptieren müssen – das Fehlen einer auch nur annähernd adäquaten Identifikationsfigur gleichen Geschlechts. Und all jene Männer werden, genau wie die Frauen, die vermutlich in Überzahl den Kinosaal bevölkern, in „Schwedisch für Fortgeschrittene“ sicher so manches Mal herzhaft lachen können.





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