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Hotel Transsilvanien
Hotel Transsilvanien
© 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

Kritik: Hotel Transsilvanien (2012)


"Hotel Transsilvanien" ist nach "The Powerpuff Girls" der zweite große Animationsfilm von Regisseur Genndy Tartakovsky. Der Trickfilmexperte, der auf zwei Jahrzehnte Erfahrung zurückblicken kann, liefert mit diesem Streifen einen herrlich überdrehten Leinwandklamauk ab, der zwar nicht unbedingt durch die hohe Güte seiner Gags punktet, auf jeden Fall aber durch die immensen Frequenz mit der diese auf das Publikum einprasseln. Grusel- und Horrorfans werden zudem ihr Vergnügen wegen den zahlreichen Referenzen an viele klassische Monster aus Literatur und Film haben, die zum Teil leidlich zweckentfremdet wurden oder einfach nur mit Problemen zu kämpfen haben, die sonst noch nie zuvor beschrieben worden waren.

Zentrales Thema der ebenso temporeichen wie Detailversessenen Show ist der Vater-Tochter-Konflikt, der spätestens dann selbst in den besten Familien aufkommt, wenn das flügge gewordene Töchterchen sich entschließt, in die Welt hinaus zu gehen. Ein Vater hat es immer schwer – selbst ein Vampirvater – gleichwohl ob die Tochter gerade 18 oder 118 geworden ist. Das ist nämlich das Alter, mit dem Vampire volljährig werden, und das steht im Hause Dracula unmittelbar bevor. Nicht genug damit, taucht in der Nobelherberge für Gruselgestalten überraschend ein Mensch auf. Jonathan, ein junger und hipper, zuweilen auch trotteliger Rucksacktouri, der die Bude gleich auf den Kopf stellt und der fast erwachsenen Vampirin auch noch den Kopf zu verdrehen droht.

Rund um die Schwierigkeiten des Erwachsen werden und der Notwendigkeit loslassen zu können, baute Tartakovsky seinen spaßigen Animationsfilm auf, der über weite Strecken hervorragend unterhält. Allein die Figuren und Detailfülle und die vielfältigen popkulturellen Verweise lassen keine Langeweile aufkommen. Leider hält der Streifen das anfängliche Tempo aber schon geradezu zwangsläufig nicht durch. Und über die Fülle an Figuren, musste wohl ebenso zwangsläufig auch die eine oder andere Charakterzeichnung leiden. Schade nur, dass dies ausgerechnet bei einer zentralen Figur wie Jonathan passieren musste, der nicht nur eine Art Alien inmitten der Freakshow ist, sondern auch für den Zuschauer ein wenig glaubwürdiger Fremdkörper bleibt.

Im Kern an Produktionen wie den Pixar-Streifen "Die Monster AG" erinnernd - schließlich haben auch hier die Monster deutlich mehr Angst vor den Menschen, als umgekehrt - wartet der Film im Original mit einer Reihe Hollywood-Prominenz als Sychronsprecher auf. Darunter Adam Sandler, der Dracula seine Stimme leiht, Kevin James, der dessen besten Kumpel Frankensteins Monster spricht oder Selena Gomez und Steve Buscemi. Der besondere Clou ist, dass die Schauspieler nicht jeder für sich allein den Text einsprachen; stattdessen trafen sich alle im Studio, um besser miteinander interagieren zu können. In der deutschen Synchro muss sich mit Rick Kavanian, Hans-Eckhart Eckhardt, Josefine Preuß und Tobias Lelle begnügt werden, was den Spaß aber nur unmerklich mindert.

Fazit: Gelungener und familientauglicher Animationsklamauk, der den Zuschauer mit Gags und köstlichen Details streckenweise geradezu überverwöhnt, das hochgesteckte Ziel einer achterbahnmäßigen Bespaßung aber nicht konsequent durchzuhalten vermag.




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