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Stellet Licht (2007)

Lumière silencieuse

Romantik-Drama: Der mit Esther verheiratete Johan ist Bauer, hat 6 Kinder und lebt in einer ethno-religiösen Siedlungskolonie, in der Plautdietsch gesprochen wird. Damit, dass er mit einer anderen Frau (Marianne) ein Verhältnis hat und zwei Frauen gleichzeitig liebt, begeht er eine unverzeihliche Sünde und stellt sich gegen seine Gemeinde und Gott.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 5.0 / 5

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Es beginnt mit einem überwältigenden Sonnenaufgang in der weiten, menschenleeren
Landschaft Mexikos. Der Tag bricht an, die Zeit wird angehalten und die einfache und immer doch so komplexe Geschichte einer unglücklichen Liebe beginnt.
Johann, verheiratet mit Esther und Vater von 6 Kindern, hat sich überraschend verliebt. Überschwänglich, im 7. Himmel schwebend, ist ihm manchmal zumute. Aber er ist ebenfalls tief verzweifelt, denn seine Frau und seine Familie sind sein ein und alles. Johann spricht offen mit seiner Frau und seinen Freunden über dieses existenzielle Problem, und sucht Rat bei seinem Vater. Derweil zerbricht Esther das Herz. Marianne, die Geliebte, trägt zwar schwer an der Last des Unglücks, das durch sie hervorgebracht wird, mag aber auf ihr Recht auf Liebe nicht verzichten.

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Besetzung & Crew von "Stellet Licht"

Land: Frankreich, Mexiko, Niederlande
Jahr: 2007
Genre: Drama
Originaltitel: Lumière silencieuse
Länge: 136 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 02.03.2009
Regie: Carlos Reygadas
Darsteller: Miriam Toews, María Pankratz, Cornelio Wall Fehr, Alex Thiessen, Elisabeth Fehr
Kamera: Alexis Zabé
Verleih: Peripher

ZusatzinformationAlles anzeigen

Gedreht wurde in einer dem modernen Lebenswandel gegenüber offenen Mennonitengemeinde, die aber immer noch ein bibeltreues und jeglicher Gewalt abgeneigtes Leben sucht. Trotzdem wird hier kein [...mehr] Gottesgericht bemüht. Es sind bodenständige Menschen, die erst dann reden, wenn sie etwas zu sagen haben, deren Sprache und Körpersprache eine grosse Würde und Wahrhaftigkeit ausstrahlen.


Mennoniten und Wiedertäufer in Europa und Übersee.

Die Abspaltung der Mennoniten von der Reformation
Die Ursprünge der mennonitischen Bewegung liegen im 16. Jahrhundert und hat sich im Zuge der Reformation in Süddeutschland und in der Schweiz herausgebildet. Die Wiedertäufer verlangten, dass die Taufe nur an denen vollzogen werden dürfe, die sich freiwillig und wissentlich für den Glauben entscheiden. Diese Meinung lehnten sowohl die katholische Kirche als auch die Reformatoren ab. Die vor allem durch den Friesischen Theologen Menno Simons verbreitete pazifistische Haltung führte zu einer gnadenlosen Verfolgung der mennonitischen Anhängerschaft, welche nach Ansicht der Obrigkeit ihrer strikten antimilitärischen Haltung wegen die Autorität des Staates in Frage stellte. Sie musste aus Holland fliehen und suchte sowohl in Preussen als auch in dem von
Katharina II. regierten Russland Zuflucht.

Migration Richtung Amerika
Die anhaltende Bereitschaft europäischer Regenten, Krieg als Mittel der Politik einzusetzen, veranlasste ab 1873 viele Mennoniten, den alten Kontinenten zu verlassen und Richtung Kanada und später auch in die Vereinigten Staaten auszuwandern, wo bereits um 1683 die ersten Siedlungen von Amischen und Mennoniten entstanden. Nach dem ersten Weltkrieg stieg die anti- deutsche Haltung in Kanada derart, dass die Lehre germanistischer Sprachen kaum mehr möglich war. Aus diesem Grund siedelten ab 1922 viele Mennoniten nach Mexiko über und liessen sich vor allem in der Provinz Chihuahua nieder.

Die mexikanischen Mennoniten
Heute leben dort über 100'000 Mennoniten in einer Gemeinschaft mit eigenem Bildungs- und Rechtssystem, das in einzigartiger Weise viele persönliche Freiheiten zulässt. Diejenigen, welche mit der Entwicklung der materiellen Bedingungen nicht einverstanden sind, wandern nach Bolivien, Belize oder in andere Regionen Mexikos aus. Sie etablieren traditionelle Agrargemeinschaften unter Verzicht auf jegliche moderne Errungenschaften, wie z.B. Elektrizität, Motorenantrieb, Internet oder Telefon, und sie haben auch nur wenig Kontakt mit der lokalen Bevölkerung. Allerdings nehmen Mennoniten gegenüber dem technischen Fortschritt ganz unterschiedliche Positionen ein. Einige Gruppierungen verwehren sich nicht der technischen Entwicklung, andere wiederum sind konservativer als die Protagonisten in STELLET LICHT und leben unter den gleichen Verhältnissen wie im 16. Jahrhundert. Die im Film dargestellten
Mennoniten sind moderat eingestellt, sie benutzen Autos und lassen auch die konventionelle Schulmedizin zu, sie verweigern allerdings moderne Kommunikationsmittel wie Internet oder Telefon.

Mennoniten und Amische in Deutschland
In Deutschland leben heute etwa 40.000 Mennoniten in circa 190 Gemeinden. Neben der
Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden entstanden durch die Zuwanderung von
Russlandmennoniten weitere Verbände. Heute bilden die Gemeinden der Zuwanderer die
Mehrheit der deutschen Mennoniten.

Das Plautdietsch (Plattdeutsche)
Das Plautdietsch (Plattdeutsche) wurde ursprünglich von Mennoniten aus Russland gesprochen. Es handelt sich dabei um einen deutschen Dialekt, der im Friesland gesprochen wird und mit dem Flämischen und mittelalterlichen Holländisch verwandt ist. Die Protagonisten im Film sind mit ihrer heimischen Sprache verbunden geblieben und sprechen nach wie vor Plautdietsch (Plattdeutsch), wie das die meisten Mennoniten in Nordamerika heute noch tun. Ausserhalb ihrer Gemeinschaft verständigen sie sich freilich in der Landessprache der lokalen Bevölkerung.

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