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Fleisch ist mein Gemüse
Fleisch ist mein Gemüse
© Universal Pictures International Germany GmbH

Kritik: Fleisch ist mein Gemüse (2007)


Heinz Strunks angeblich weitgehend autobiographischer Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ hat sich über 250.000 mal verkauft, war Vorlage für ein Hörbuch und für ein Musical. An mir ist das Ganze zugegebenermaßen komplett vorübergegangen. Entsprechend ahnungs- und erwartungslos bin ich in den Film gestolpert, der nun nach Strunks Bestseller inszeniert wurde. Gestört hat meine Ahnungslosigkeit nicht, was bedeutet: Der Film funktioniert auch ganz und gar eigenständig. Die Komödie über die grausamen Jugendjahre Strunks im ländlich geprägten Hamburg-Harburg der 1980er Jahre ist zwar fraglos Lichtjahre davon entfernt ein Meisterwerk der gehobenen Filmkunst zu sein - aber ich zumindest fand sie trotzdem recht vergnüglich.

Zwei Pluspunkte kann „Fleisch ist mein Gemüse“ für sich verbuchen:

1. Das insgesamt gelungene Casting. Maxim Mehmet weiß als liebenswerter, aknegeplagter Naivling Heinz Strunk ebenso zu überzeugen wie die routinierte Susanne Lothar als seine psychotische Mutter. Andreas Schmidt kann als überdrehter Bandleader Gurki auf Dauer vielleicht ein klein wenig ermüdend wirken (was dann allerdings weniger ihm, als vielmehr dem Regisseur bzw. den Autoren anzulasten wäre), als Typ „80er Jahre Schützenfest- und Hochzeits-Bandleader auf dem Land“ aber ist er in jedem Fall verflucht gut getroffen – und er ist bei weitem nicht der Einzige für den das gilt.
Und 2.: Die gruselig präzise Beschreibung vom 80er Jahre Landleben - grauenhafte Modeeskapaden, lahme Sprüche und skurile Typen inklusive. Einen Großteil seines Witzes zieht der Film aus der Präsentation all der Grausamkeiten dieses „hässlichen“ Jahrzehnts.

Aber Vorsicht: Wer sich an die 80er Jahre nicht erinnern kann (oder will) wird dem Ganzen wohl verständnislos bis geschockt gegenüber stehen. Und das bedeutet: Für alle die Jünger als 25 sind, dürfte „Fleisch ist mein Gemüse“ nicht ganz so spaßig sein.
Ebenso – ich denke man kann es erahnen - ist hier fehl am Platze, wer nicht nur einfach so unterhalten werden will, sondern intelligent unterhalten.

Fazit: Harmlose, aber nicht ununterhaltsame und recht gut beobachtete und gespielte 80er Jahre-Komödie – nicht zu empfehlen für unter 25-Jährige und all jene die was für's Hirn suchen.





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