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Eralp Uzun, Oktay Özdemir und Richard Hanschmann...Liebe
Eralp Uzun, Oktay Özdemir und Richard Hanschmann suchen bei Irina Kastrinidis Liebe
© Foto: Chris Hirschhaeuser

Kritik: Schwarze Schafe (2006)


Sexy aber pleite, dreckig, anarchisch, kreativ, immer in Bewegung, die ärmste, aber auch internationalste und coolste Stadt Deutschlands – das ist das Image, mit dem Berlin derzeit in Köpfen und Medien vertreten ist. So passt es ziemlich gut, dass ausgerechnet zwei zwischen Berlin und Zürich pendelnde Schweizer mit Kleinst-Budget den dreckigen, anarchischen, kreativen und ziemlich coolen Hauptstadt-Episodenfilm „Schwarze Schafe“ gedreht haben, der nach erfolgreicher Reise durch die internationale Festivallandschaft jetzt auch ganz regulär in die deutschen Kinos kommt.

Von den beiden Produzenten Oliver Rhis und Olivier Kolb komplett unabhängig, also auch ohne Filmförderung, aus privater Tasche finanziert, lockt „Schwarze Schafe“ mit überraschend illustrer Besetzung: unter anderem ließen sich Robert Stadlober, Tom Schilling, Bruno Cathomas und Oktay Özdemir auf den unbezahlten Spaß-Job ein.

Herausgekommen ist dabei einer dieser Filme, die man entweder zum totlachen oder ziemlich unerträglich findet – zum totlachen, wenn man freche Filme mit anarchischem, schwarzen und teils deftigem Humor, schneller Punk-Musik und schrägen Typen mag, unerträglich hingegen, wenn man im Kino nicht einfach unterhalten werden will, sondern in irgendeiner Art Bedeutsames mit tiefergehendem Sinn sucht.

In körnigem Schwarz-Weiß mit gelegentlichen Farbtupfern gedreht, erzählt der Film fünf nur sehr lose verknüpfte, an einem Tag spielende „Berliner Geschichten“, deren Protagonisten allesamt vor allem von Geld- und/oder Liebes- bzw. Sexnöten geplagt werden – pleite aber horny, sozusagen.

Nach Lektüre der Inhaltsangabe (s. oben) versteht es sich ganz von selbst: Die Zielgruppe der beiden Schweizer Produzenten dürfte eher jung, urban und auf keinen Fall konservativ sein und irgendwelchen Tiefgang darf man in „Schwarze Schafe“ nicht erwarten - allerdings gibt der Film auch zu keiner Sekunde vor, mehr zu sein als das was er ist - pure Unterhaltung.
„Schwarze Schafe“ ist also ein kleiner, durch und durch schräger Film und eine für deutsche Verhältnisse reichlich ungewöhnliche Komödie, die mit ihrem Punk-Soundtrack und dem anarchischen schwarzen Humor durchaus das Zeug zum Kult hat.




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