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Comrades in Dreams - Leinwandfieber
Comrades in Dreams - Leinwandfieber
© Copyright by Flying Moon Filmproduktion and Axel Schneppat

Kritik: Comrades in Dreams - Leinwandfieber (2006)


Dokumentarfilmer Uli Gaulke war einmal Filmvorführer, und später gar Besitzer eines Programmkinos in Berlin. Fraglos zählt er also selbst zu jener Menschengruppe, die er nun in „Comrades in Dreams“ präsentiert – und das merkt man.

Mit seiner Doku setzt Gaulke Menschen ein Denkmal, die offenbar hauptsächlich von Luft und Liebe zum Film leben. Dabei interessieren Gaulke (naturgemäß?) nicht etwa die Betreiber großer Glitzerpaläste mit täglich Hunderten von Zuschauern, sondern die Besitzer kleinster Programm-Kinos, Menschen also, die für wenig Geld in, um und für ihre Kinos leben.

Ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen arrangiert Gaulke die Interviews mit insgesamt vier Kinobetreibern aus unterschiedlichen Kontinenten. Anfangs zeigt er die Kinos und die unterschiedlichsten damit verbundenen Arbeiten, vom Kartenabreißen und Popcorn, über den Aufbau von Leinwänden und den als Zuschauerraum fungierenden Zelten von Wanderkinos, bis hin zum mitunter schwierigen Ergattern der Filmrollen. Mit der Zeit werden die Porträts persönlicher, in den Gesprächen offenbaren die leidenschaftlichen Filmfans wie sehr ihr eigenes Kino und Filme allgemein, ihr Leben geprägt hat. Jeder von ihnen kennt zahlreiche Anekdoten zum Thema „Life imitating art“, sie alle haben Filme, in denen sie ihr eigenes Leben gespiegelt sehen und sie alle glauben, dass die von ihnen präsentierten Filme tatsächlich das Leben der Zuschauer, zumindest in kleinem Umfang, verändern können, sie selbst als Kinobetreiber also mir ihrer Filmauswahl Einfluss auf die Leben anderer nehmen können.

Am Ende ist klar, dass diese Menschen, so unterschiedlich sie auch sind, sie sich tatsächlich doch auch ähneln, „Kameraden im Geiste“ oder eben, wie der Titel sagt - „Comrades in Dreams“ sind. So abgeklärt sie sich teils auch geben, bis zu einem gewissen Maße sind sie alle romantische Träumer. Heimlich heulen sie bei „Titanic“ und anderen kitschig-romantischen Filmen und selbst wenn sie, wie der indische Zelt-Kinobesitzer Anup eigentlich planen auf eine arrangierte Hochzeit zu setzen, träumen sie insgeheim von Leidenschaft, wie es sie nur auf der Leinwand gibt.

Fazit: Schöne  Doku von, für und über Kinofreunde weltweit.





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