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'Resident Evil - Afterlife'
'Resident Evil - Afterlife'
© 2010 Constantin Film Verleih GmbH

Kritik: Resident Evil - Afterlife (2010)


„Alice, who the f*** is Alice?“, singt schon lange kein Zombie mehr. Durch mittlerweile vier Sequels metzelt sich bereits Milla Jovovich als Hitech-Amazone Alice, samt Superkräften, in der Spielfilmadaption des Computerspielklassikers "Resident Evil".

Wie im letzten Teil, "Resident Evil: Extinction", angekündigt, stattet Alice zu Beginn der Fortsetzung, samt einigen Klonen ihrer selbst, einem der unterirdischen Konzernkomplexe der "Umbrella Corporation" in Tokio einen Besuch ab. Im stylischen Matrix-look-alike-Design räumen Alice und ihre genetischen Doubles in der Anlage auch mächtig auf, doch leider entkommt der Leiter des Komplexes. Alice begibt sichnach Alaska, auf der Suche nach Menschen, welche die biologische Apokalypse überstanden haben, die durch den T-Virus ausgelöst wurde, den die "Umbrella Corporation einst erschuf. Es ist genau jener Virus, der Alice ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten verleiht und zugleich Menschen in hirnlose, nach Menschenfleisch gierende Zombies verwandelt.

In Los Angeles wird Alice schließlich fündig. In einem ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis haben sich ein paar Überlebende in Sicherheit gebracht, während um sie herum der tausendfache Tod lauert. Gemeinsam mit Alice versuchen diese Menschen zu einem Schiff namens Arkadia zu gelangen, das vor der Küste vor Anker liegt. Von dort wird ein Funkspruch übertragen, der Hilfe verheißt. Um aber dorthin zu gelangen, müssen sie sich erst durch eine Armee von Untoten kämpfen.

Von einer PC-Spieladaption sollte man nicht allzu viel Tiefgang oder Storytelling erwarten. Wenn aber die Fans der Spielevorlage anfangen zu bemängeln, dass die Filme nicht annähernd die Atmosphäre und erzählerische Dimension des Spiels erreichen, dann geht grundsätzlich etwas schief. Nun mag das sicherlich zum Teil daran liegen, dass der Fan der Vorlage ein paar allzu persönliche Gefühlsmomente mit seinem Lieblingsspiel verbindet, die er mit den Filmen einfach nicht reproduzieren kann. Der Film kann schließlich nicht anders, als die Brücke zwischen den Kennern der Vorlage und dem einfachen Filmfreund schlagen zu müssen.

Dennoch ist "Resident Evil: Afterlive" (ebenso wie seine drei Vorgänger) weit davon entfernt, ein guter Film zu sein. Zu uninspiriert ist man vorgegangen, insbesondere im Vergleich zu den ersten beiden Episoden. Dort war zumindest noch das wesentliche Merkmal der Wissenschaftskritik spürbar. Doch bereits beim letzten Teil hatte man sich dieser gesellschaftlichen Dimension weitestgehend entledigt, um nun im vierten Ableger endlich komplett sinnbefreit sich auf Action und Trickeffekte konzentrieren zu können.

In diesem Punkt präsentiert sich der Streifen auch relativ gut aufgelegt, wenngleich nach dem Prolog, der sich diverser Anleihen bedient, sich zunächst eine kleine Auszeit gegönnt wird, um in der zweiten Hälfte richtig loszulegen. Optisch gepimpt wurde die Show, indem man den Film in 3D drehte (wie sollte es heutzutage auch anders sein) und dem Zuschauer damit zuweilen einiges regelrecht entgegenfliegt. Untermalt von einem mächtigen Score im Elektro-Gothik-Stil, welcher der eingängigen, aber extrem simpel gestrickten Action noch einen weiteren Schubs verleiht, ist die eindimensionale Popcorn-Berieselung dann auch komplett.

Fazit: "Resident Evil: Afterlive" ist stylisch und schick anzusehen, wenn das meiste auch irgendwie geklaut wirkt. Dafür sitzen, ob Tokio, Alaska oder Los Angeles, Millas Frisur und Make-up meistens perfekt. In der neuen "Avatar"-3D-Technik entstand eine Effekt-Show, deren Tiefgang einzig und allein von der Tricktechnik produziert wird. Durch sein Plus an Action gelingt es dem vierten Teil der Scifi-Horror-Saga aber am lahmen Vorgänger vorbeizuziehen. Und das fünfte Sequel ist schon nahezu ausgemachte Sache.




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