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Kritik: Der kleine Nick (2009)


In "Der kleine Nick" ist die Welt noch in Ordnung – und blitzsauber dazu! Hier gehen Jungs noch mit Jungs zur Schule und tragen kurze Hosen, hier kümmern sich Mütter um den Haushalt und die Kinder, während die Väter nach beruflichem Aufstieg streben. Das Leben des kleinen Nick (Maxime Godart) ist zweifellos eine Idylle. Er ist sogar so gerne Kind, dass er bei einem Schulaufsatz zu dem Thema "Was will ich werden, wenn ich groß bin" keine Idee hat. Doch dann erhält Nicks perfekte Welt unvermutet einen Riss: Er glaubt, seine Mutter (Valérie Lemercier ) bekäme ein zweites Kind! Damit würde sich sein gesamtes Leben verändern. Seine Eltern würden keine Zeit mehr für ihn haben, könnten sich nicht mehr um ihn kümmern und wollten ihn am Ende vielleicht sogar loswerden! Diese Erfahrung musste schon ein Schulkamerad machen. Also muss Nick dafür sorgen, dass seine Eltern ihn nicht einfach aussetzen.

Aus dieser Situation entwickelt der Film von Regisseur Laurent Tirard durchaus Witz, auch wenn die einzelnen Episoden bisweilen bemüht aneinandergereiht sind. Doch insbesondere die kindlichen Darsteller versprühen so viel Freude, dass man ihnen gerne zusieht. Zumal sie allesamt gut besetzt sind und sich schon in der langen, aber gelungenen Eingangssequenz von ihren gezeichneten Vorbildern emanzipieren. Zweifellos sind daher die Episoden mit Nick und seinen Freunden die charmantesten und lustigsten des gesamten Films.

Laurent Tirard hat sich mit seinem Film viel vorgenommen. Er basiert auf den Geschichten "Der kleine Nick" von René Goscinny – einem der Väter von "Asterix & Obelix" – und Jean-Jacques Sempé, die erstmals im Jahre 1959 in einer Wochenzeitschrift erschienen sind. Längst sind Nicks Abenteuer nicht nur Frankreich ein Erfolg, deshalb geht mit der Verfilmung auch das Risiko einher, die Erwartungen der vielen Anhänger des "petit Nicholas" zu enttäuschen. Aber Laurent Tirard hat sich klugerweise gegen eine treue Adaption der Vorlage entschieden. Stattdessen setzt er auf zeitlosen Slapstick-Humor und erschafft eine detailverliebte Welt, in der die bekannten Figuren agieren können – und die er zugleich auf liebevolle Weise karikiert.

Daher hat der Film nur einen Nachteil: Für die Zuschauer ist allzu offensichtlich, dass das vermeintliche Geschwisterkind ein Missverständnis ist. Deshalb sind Nicks Bemühungen zwar amüsant anzusehen, aber nicht recht nachvollziehbar. Hier verschenkt der Film sehr viel komisches Potential. Da er aber insgesamt jene Leichtigkeit vermittelt, die die Zuschauer über diese Vorhersehbarkeit hinwegblicken lässt, bleibt er ein amüsanter Zeitvertreib.

Fazit: "Der kleine Nick" ist ein netter, harmloser Film, der über Altersklassen hinweg zu unterhalten vermag. Dabei beglückt der Film vor allem mit seiner Atmosphäre und zeitlosem Slapstick-Humor, doch spätestens nach dem Abspann fällt seine Oberflächigkeit auf.




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