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Dinosaurier - Gegen uns seht Ihr alle alt aus
Dinosaurier - Gegen uns seht Ihr alle alt aus
© 2009 Constantin Film Verleih GmbH

Kritik: Dinosaurier - Gegen uns seht Ihr alle alt aus (2009)


Leander Haußmann inszeniert seinen Vater, zusammen mit sämtlichen weiteren Familienmitgliedern, TV-Legenden der 1950er und Nina Hagens Mutter. Als Komödie für die ganze Familie kann man "Dinosaurier" allerdings nicht empfehlen – es sei denn, Oma und Opa sind für jede Menge Geschmacklosigkeiten und Flachwitze über Altersgebrechen zu begeistern, welche das anstrengende erste Filmdrittel dominieren. Der Film basiert lose auf Bernhard Sinkels leiser Komödie "Lina Braake" (1975), setzt allerdings auf derben Tonfall.
Eva-Maria Hagen spielt Lena Braake, zunächst als Keks backende Bilderbuch-Omi mit Dutt, die sich schließlich als ausgefuchste Rächerin entpuppt – luchst ihr doch ein schneidig-schmieriger Kreditsachbearbeiter (Daniel Brühl) das Häuschen ab, woraufhin Lena in einem Altersheim der schäbigen Sorte landet, in einer heruntergekommenen Villa. Dort trifft sie Johann Schneider (Ezard Haußmann), ein schlaues Exemplar des Dirty Old Man, inspiriert vom gleichnamigen Immobilien-Hochstapler. Er verliebt sich prompt in die adrette Seniorin und beschließt, ihr Haus mit einem aufwendigen Betrug zurück zu ergaunern. Dabei plant er auch sämtliche weitere Heiminsassen – darunter Nadja Tiller und Walter Giller, das deutsche Traumpaar der 1950er – ein. So weit, so putzig.
Leider setzt Haußmann, sobald man im Altersheim ankommt, auf albernen Ekelhumor und gichtige Witze. Dass die Schauspieler hierbei geradezu enthusiastisch mitmachen, wirkt doppelt unangenehm. Erst als der Coup startet, macht der Film Spaß – selbst wenn man meist unfreiwillig lacht, durch schlau kalkulierte Situationskomik. Die mit 75 Jahren erstaunlich mädchenhafte Hagen scheint sich ebenfalls im letzten Drittel wohler zu fühlen. Dass die hahnebüchen überzogene Geschichte stark an Didi Hallervorden-Klamotten erinnert, ist dann auch eigentlich nebensächlich: Mit deutlichem Spaß spielende Schauspielveteranen und angemessene Ätschbätsch-Moral entschädigen für den gröberen Klamauk.
Fazit: Haußmann versucht, Sozialkritik lustig zu verpacken, scheitert aber an aufgesetzt groben Schenkelklopfern. Wer es lustig findet, Walter Giller "Fotze" zu sagen, oder Ingrid van Bergen in unappetitliche Gebiss-Szenen verwickelt zu sehen, dürfte allerdings seinen Spass haben. Ansonsten kommt der Film erst im letzten Drittel mit Slapsticknummern in Fahrt. Sehr sehenswert sind immerhin die Darsteller, darunter viele bekannte Gesichter der deutschen Filmgeschichte, die sich trotz vieler würdeloser Szenen wohl zu fühlen scheinen.




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