VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Parkour
Parkour
© Projektor Filmverleih

Kritik: Parkour (2009)


Der 1974 geborene Autor und Regisseur Marc Rensing gibt nach einem Regiestudium an der Filmadademie Baden-Württemberg und einigen Kurzfilmprojekten mit „Parkour“ sein Langfilmdebüt. Nachdem der Film, auf den Hofer Filmtagen seinem Regisseur bereits den Eastman-Kodak Förderpreis eingebracht hatte, wurde er im Februar 2010 auch auf der Berlinale präsentiert.
Der Sport Parkour ist eine moderne Variante des traditionellen Querfeldeinlaufs. Die Sportler laufen nicht etwa quer durch's Gelände, sondern geradewegs durch Industrieanlagen und Städte. Hindernisse aller Art werden dabei möglichst akrobatisch überwunden. Der Filmtitel lässt entsprechend zunächst an einen Sportfilm denken und tatsächlich kommen die ersten Szenen von Marc Rensings Debütfilm auch recht akrobatisch, mit einem ziemlich unkonventionell gewählten Weg von einem Balkon auf die Straße, daher.
Im Folgenden nimmt jedoch kein Sportfilm, sondern ein zunehmend düsterer werdendes Psychodrama seinen Lauf, in dem der vom Protagonisten mit fast gefährlicher Leidenschaft betriebene Parkoursport offenbar als Metapher für dessen psychische Verfassung verstanden werden soll. Das Problem dabei: Der Vergleich hinkt. Es gibt ja zahlreiche brauchbare Sportmetaphern: Man fühlt sich wie ein Langstreckenläufer, wie ein Hürdenläufer, oder auch, ganz übel, ein Ertrinkender - da ist vergleichsweise klar was gemeint ist. Aber: Man fühlt sich wie ein Parkourläufer??? Öhm? Soll heißen: So hübsch das auch gedacht sein mag, es funktioniert nicht.
Ist aber auch egal, denn im Großen und Ganzen ist das auch das einzige, das in "Parkour" nicht funktioniert wie geplant. Die Story ist intelligent und führt die Zuschauer unvermutet und wirklich gekonnt an der Nase herum. Nahezu alle Schauspieler, insbesondere Hauptdarsteller Christoph Letkowski, machen ihre Sache sehr gekonnt und tragen damit wesentlich zur Überraschung am Ende bei. Das Ganze ist sauber inszeniert, wobei auffällt, dass Rensing eine ausgeprägte Vorliebe dafür hat, seinen Hauptdarsteller mit nacktem Oberköper wie einen männlichen Pin-Up zu präsentieren. Aber sei's drum – mich zumindest hat das nicht gestört... An der Technik gibt’s ebenfalls nichts auszusetzen und schließlich und endlich sind auch die Locations gut gewählt. Braucht man in einem Debütfilm wirklich mehr?

Fazit: Sehenswertes Debüt, mit einer gut gespielten, intelligenten Story so gekonnt inszeniert, dass das Ende tatsächlich zu überraschen vermag.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.