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The Back-Up Plan
The Back-Up Plan
© Concorde Filmverleih GmbH

Kritik: Plan B für die Liebe (2010)


Die Meinungen über die Qualitäten von Jennifer Lopez als Schauspielerin gehen wahrscheinlich ebenso weit auseinander, wie die Ansichten über die Liebe an sich. Was das angeht, scheint bei Lopez inzwischen alles in trockenen Tüchern zu sein. Und jetzt, nach zweijähriger Babypause, nachdem die attraktive Latina nun nicht mehr rund um die Uhr ihren Zwillingen, die Anfang 2008 zur Welt kamen, die Windeln wechseln muss, kann sie sich auch wieder dem Filmgeschehen zuwenden.

"Mit Plan B für die Liebe" kehrt Lopez mit einer leichten, romantischen Komödie zurück. Ähnlich der Ende letzten Jahres gelaufenen Comedy-Romanze mit Catherine Zeta-Jones in der Hauptrolle nimmt sich der Film eines neuen Familienmodell-Trends an. Beschäftigte sich "Lieber Verliebt" süffisant ironisch aber klischeebeladen mit dem neuen Beziehungstrend der älteren gestandenen Frau mit jungem verständnisvollen Liebhaber an der Seite, nimmt sich "Plan B für die Liebe" nun eines ganz anderen Lebensmodells an: Mütterglück ohne Vater.

Nichts Neues möchte man meinen, schließlich gibt es nicht eben wenig alleinerziehende Mütter. Einen Vater gab es bei diesen gescheiterten Beziehungen indes im allgemeinen schon. Jennifer Lopez in der Rolle der lebenslustigen Zoe entwickelt diesbezüglich aber einen ganz anderen Plan: Mit der Liebe und der Suche nach geeigneten Kandidaten zwecks Familiengründung ist sie prinzipiell durch. Mit den Männern heutzutage scheint nicht mehr allzu viel los zu sein. Zumindest taugen sie in Zoe's Augen als Väter überhaupt nicht. Ihre biologische Uhr tickt aber munter weiter und um sich den Stress eines Matratzenzweikampfs zwecks Empfängnis zu ersparen, besorgt sich Zoe das notwendige Elixier gleich in der Samenbank und lässt sich auch prompt damit befruchten.
Kaum ist das vollbracht, trifft unerwarteter Weise auch noch jemand anderes ins Ziel. Vielleicht machte sich aber Amor auch nur einen Spaß daraus, als er Zoe den ansehnlichen Stan über den Weg schickte. Zwischen den beiden funkt es schnell. Aber wie dem neuen Traumprinzen klarmachen, dass man gerade wahrscheinlich schon von einem Unbekannten schwanger ist?

Versuchte "Lieber Verliebt" noch mit Ironie an die ewig gleichen Klischees und Stereotypen heranzugehen, scheint "Plan B für die Liebe" tatsächlich sich ernst zu nehmen - derart ernst, dass man jedweden originären Witz gleich mit der Lupe suchen darf.

Das Phänomen von Frauen, die sich entscheiden, mithilfe eines gesichtlosen Erzeugers ihr Mutterglück zu finden, ist sicherlich eher neu. Dieser Streifen schafft es aber im negativen Sinne derart altbacken, trocken und dröge zu wirken, dass man das Thema lieber gleich in der Schublade belassen hätte. Nivelliert wie höhepunktarm dümpelt die vordergründige und seichte Handlung dahin. Kein einziges Element dieser komödiantischen Sandmännchen-Stunde wirkt dabei neu oder offenbart kreative Impulse. Um dem dickflüssigen unhumorigen Sirup zu verdünnen und wenigstens ein paar Pointen zu entlocken, wurde sich zu allem Übel darauf verlegt, regelmäßig ein paar schlecht getimte Slapstickeinlagen einzustreuen. Allerdings erweisen sich selbst diese als derart abgenutzt, dass sich sogar manch zweitklassige TV-Comedy genieren würde, wenn sie sich solcher Gags bedienen würde.

Fazit: Selbst als Relaunch einer Karriere entpuppt sich "Plan B für die Liebe" als überaus jämmerliche Show. Schwache Story, Gags aus dem untersten Komödienkeller und eine Geschichte, die nicht einmal die Größe besitzt, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Für Kritiker der Schauspielkünste einer Jennifer Lopez ist das hier eine hervorragende Steilvorlage.





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