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Upside Down - Hauptplakat
Upside Down - Hauptplakat
© 2013 Concorde Filmverleih GmbH

Kritik: Upside Down (2011)


Science-Fiction und Romantik sind normalerweise getrennte Welten wie die Zwillingsplaneten in diesem ungewöhnlichen 3D-Film. Aber der Regisseur und Drehbuchautor Juan Solanas zeigt, dass sie durchaus zusammenpassen können. Er greift das klassische Thema von zwei Liebenden auf, die nicht zueinanderfinden dürfen und versetzt es in eine futuristisch anmutende, versponnene Geschichte. Die Idee, dass am Himmel eine auf dem Kopf stehende Zwillingswelt mit verkehrter Schwerkraft baumelt und die jeweiligen Bewohner sich an manchen Orten so nahe kommen, dass sie miteinander sprechen können, klingt aberwitzig. Es dauert eine Weile, bis sich der surreale "Upside Down" gegen antagonistische Sehgewohnheiten und Erwartungen behaupten kann. Aber das mutige filmische Experiment gelingt erstaunlich gut.

Drehbuch und Inszenierung verwenden auf das komplizierte Planeten- und Schwerkraftthema viel Sorgfalt, um es als traurigen Kontrast zur romantischen Liebe von Adam (Jim Sturgess) und Eden (Kirsten Dunst) zu etablieren. Die Independent-Produktion, die den renommierten Designer Alex McDowell ("Fight Club", "Minority Report") verpflichten konnte, entwirft auf dem unteren Planeten eine ins Halbdunkel getauchte Ruinenstadt, in der verarmte und verhärmte Gestalten ihr Dasein fristen. Im Büroturm von TransWorld und auf dem oberen Planeten wirkt alles modern, aufgeräumt und kühl. Dem visuellen Ideenreichtum scheinen keine Grenzen gesetzt: Allein schon Adams Großraumbüro bei TransWorld ist eine Schau, weil es ohne Zwischendecke mit dem Büro des Gegenplaneten verbunden ist. Dort kann sich Adam – was verboten ist – mit dem freundlichen Kollegen Bob Baruchowitz (Timothy Spall) aus der oberen Welt unterhalten.

Jim Sturgess spielt Adam als sensiblen Charakter, den die Liebe verwegen macht. Er führt auch als Ich-Erzähler durch die Geschichte und verrät als solcher frühzeitig, welche unangepassten Hoffnungen in seiner Seele schlummern. Seinem schüchtern-holprigen Charme kann sich Eden nicht verschließen, obwohl sie ihn nicht wiedererkennt. Kirsten Dunst ist die ideale Besetzung für diese junge Frau, die sich in einer privilegierten Welt bewegt und doch das Gefühl hat, dass ihr etwas genommen wurde.

Wiederholt wird mit fantasievollen Details angedeutet, dass die gegensätzliche Schwerkraft beider Planeten vielleicht kein unüberwindbares Hindernis bleiben muss. Das wahre Problem scheint nicht die Natur, sondern vielmehr das politische System zu sein. Es hält auch die Bewohner der oberen Welt gefangen, in einem goldenen Käfig. Diese unterschwellige Strömung schürt die Spannung und sichert nicht nur dem Liebespaar, sondern auch Adams rebellischem Freund Bob die Sympathie.

Fazit: Dieser ungewöhnliche Liebesfilm fordert die Sehgewohnheiten und die Fantasie des Publikums heraus, weil er auf zwei Planeten mit gegensätzlicher Schwerkraft spielt. Er erzeugt eine entrückte Atmosphäre und kombiniert sie auf kreative Weise mit einer futuristisch wirkenden Welt voller visueller Reize.




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