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Zimmer 205 - Plakat
Zimmer 205 - Plakat
© Kinowelt

Kritik: Zimmer 205 - Traust Du Dich rein? (2010)


Das Genre des Horror-Psychothrillers hat hierzulande zwar viele Freunde, Produktionen aus Deutschland sind allerdings rar. Umso bemerkenswerter ist es, dass ein ebensolcher Genrefilm den Weg in die deutschen Kinos gefunden hat. Unter der Regie von Rainer Matsutani und einem Aufgebot an deutschen SchauspielerInnen, wie Jennifer Ulrich („Die Welle“), Julia Dietze („Iron Sky“) und André Hennicke („Sophie Scholl – Die Letzten Tage“) knüpft „Zimmer 205“ an internationale Filme des Genres an und hat dennoch seinen eigenen Stil. Es ist ein Remake des dänischen Streifens „Kollegiet“ von Martin Barnewitz. Jedoch schafft Matsutani einen sehr eigenen Film und konzentriert sich im Gegensatz zum Original weniger auf die Handlung als auf die Psyche der Protagonistin. Ganz in der Tradition des „Film Noir“.
Die Hauptdarstellerin Jennifer Ulrich als Katrin trägt den Film zum großen Teil. In ihrer Rolle bietet sie eine Identifikationsfläche und findet die Balance zwischen Hysterie und reiner Opferrolle. Der starken Konzentration auf die Protagonistin Katrin ist es da vielleicht auch geschuldet, dass die anderen Charaktere etwas klischeehaft daherkommen und deren Dialoge oft etwas hölzern sind. Was wohl vielen Zuschauern in Deutschland auffallen wird, ist die authentische Darstellung einer deutschen Hochschule im Gegensatz zum genretypischen, allerdings hierzulande befremdlich wirkenden amerikanischen College. Die triste Kulisse, angesiedelt im thüringischen Erfurt, erscheint hierbei nur ideal. Und die Location für den Showdown ist ein Fabrikgelände in Berlin, wo bereits Quentin Tarantino „Inglourious Basterds“ gedreht hat.
Zur Story ist zu sagen, dass sie gekonnt an Stellen bricht und für Überraschungen gut ist, frei nach dem Motto: „Nichts ist wie es scheint!“ Die Spannung bleibt somit bis zum Ende erhalten, das noch eine weitere Überraschung bereithält. Dass die neuen Medien, wie beispielsweise eine Art Facebook, nicht mehr fehlen dürfen und eine tragende Rolle spielen, ist mittlerweile selbstredend. Mit Shocker- und Splatterszenen geht der Regisseur glücklicherweise nicht inflationär um und setzt sie nur gezielt ein. Die Suspense-Sequenzen (Spannungsmomente) werden nach guter alter Manier in die Länge gezogen, während der Tod dann, um es salopp zu formulieren, angenehm schnell eintritt. Das erspart unnötig lange Tötungsszenen, die der Film auch nicht nötig hat.

Fazit: Nach langer Zeit wieder einmal ein guter deutscher Psychothriller. Mit einem guten Cast und einer spannenden, überraschungsreichen Story ist „Zimmer 205“ ein Muss für alle, die unter Adrenalinmangel leiden.




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