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FBW-Bewertung: Rico, Oskar und die Tieferschatten (2014)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Buch, Hörbuch und nun der Film! Die Filmfortsetzung ist schon versprochen und wir warten mit Freude darauf, denn es war ein echtes Vergnügen, dem "tiefbegabten" Rico im Kino zu begegnen.
Neele Leana Vollmar ist es überzeugend gelungen, einen Gegenwartsfilm für Kinder zu schaffen, in dem wir tolle Kinderdarsteller und ein erwachsenes Staraufgebot bis in kleinste Nebenrollen antreffen. Slapstickvergnügen bereitet zum Beispiel die Szene, in der Anke Engelke als Eisverkäuferin agiert. Karoline Herfurth nimmt man ohne jeden Zweifel ab, dass sie ihren Filmsohn über alle Maße liebt, auch wenn sieihn immer wieder allein lässt.
Immer und immer wieder erlebt der Zuschauer in dieser Kiez-Studie, die in Berlin und Leipzig gedreht wurde, die Kinderperspektive, sogar gleich zweimal: die des "tiefbegabten" Rico (Ein dickes Lob für Anton Petzold!) und die des hochbegabten, dafür körperlich kleineren Oskar (er sei genauso gelobt!). Da kann von ihnen geklärt werden, worin die Gemeinsamkeit und der Unterschied zwischen "einsturzgefährdet" und "einsturzgefährlich" bestehen. In seiner durch die "Tiefbegabung" auch lokal begrenzten Welt kennt sich Rico aus, selbst wenn rechts und links immer wieder mal verwechselt werden. Sein Blick geht oft nach unten und seine Sammlung von und an Fundstücken führt zu mancher Entdeckung und wirft Fragen auf, die sich andere Kinder und Erwachsene gar nicht stellen. Wie kommt eine Nudel auf den Bürgersteig? Die daraus resultierende Befragung der Hausbewohner ist ein wirklicher Kinospaß, der nicht nur oberflächlich ist. Als gelungen wertete die Jury auch die filmische Umsetzung der Tieferschatten.
Nicht nur Kästners Emil jagt in Berlin einen Verbrecher, nein, diesmal ist es unsere ganze Hauptstadt einschließlich des mehrfach wundervolleingeblendeten Regionalfernsehens und eines sehr sympathischen jungen Kriminalisten. Die Spannung wird durchgehalten und mit Humor gespickt. So ist die Bedrohung ernst, aber nicht so zugespitzt, dass jüngere Zuschauer sie nicht ertragen könnten. Gekonnt wird so zum Beispiel die Szene mit Licht und Ton inszeniert, in der die beiden Freunde eigentlich ganz schnell den Raum, in dem Oskar festgehalten wird, verlassen müssten. Aber zuerst klären die beiden Freunde noch die vorherigen Missverständnisse - alles ist wieder im Lot.




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