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Kritik: Stolen (2009)


Vor über acht Jahren ist Tommy, der Sohn von Detective Tom Adkins (Jon Hamm), spurlos verschwunden. Nur einen kurzen Augenblick ließ der Polizist Tommy in einem Diner alleine am Tisch sitzen, um auf die Toilette zu gehen. Seither wird er vermisst. Für Adkins steht fest, dass der verurteilte Kindesentführer Roggiani auch für das Verschwinden seines Kindes verantwortlich ist. Aber er hat keine Beweise. Nun wird bei Bauarbeiten in einer Holzkiste die Leiche eines Jungen gefunden. Adkins und seine Frau Barbara (Rhona Mitra) glauben, es könnte ihr Sohn sein. Doch Untersuchungen belegen, dass der Junge schon seit über 50 Jahren dort vergraben liegt. Also beginnt Adkins mit den Ermittlungen in diesem Fall.

Die Ergebnisse seiner Nachforschungen werden in "Stolen Lives"auf einer zweiten Handlungsebene erzählt, auf der die tragische Familiengeschichte von Matthew Wakefiled (Josh Lucas) rekonstruiert wird. Die besten Folgen von Fernsehserien wie "Cold Case – Kein Opfer ist je vergessen" zeugen von dem Potential dieser Vorgehensweise, so lebt die vergangene Handlungsebene schon allein von dem Wissen des Zuschauers, dass etwas Schreckliches geschehen wird. Aber Regisseur Anders Anderson gelingt es in seinem Spielfilmdebüt nicht, der Rückblende eine ähnlich starke Gegenwartsebene entgegenzustellen. Stattdessen reiht er dort unzählige, uninspirierte Einstellungen aneinander, die die trauernden Eltern zeigen. Anfangs berühren diese Sequenzen, aber durch die Wiederholungen werden sie zunehmend zu störenden Unterbrechungen der weitaus spannenderen Wakefield-Geschichte. Dabei versäumt es Anderson auf beiden Ebenen, die Handlung rechtzeitig weiterzuentwickeln und die Charaktere näher zu beleuchten. Dadurch bleibt letztendlich nicht nur der eigentliche Handlungsrahmen schwach, sondern es fehlen auch jegliche Einblicke in die Motivation des Täters. Und selbst die guten schauspielerischen Leistungen von Jon Hamm und Josh Lucas können über diese Schwächen nicht hinwegtäuschen. Zumal dann auch das Ende äußerst vorhersehbar ist.

Fazit: Durch erzählerische und inszenatorische Schwächen wird "Stolen Lives" zu einem äußerst mäßigen Thriller, in dem einzig die darstellerischen Leistungen von Jon Hamm und Josh Lucas überzeugen.





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