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Iron Doors
Iron Doors
© Fullfeedback Productions, Bar Vinya Film, Water Bear Productions

Kritik: Iron Doors (2010)


Der in Dublin geborene Regisseur Stephen Manuel hat bisher vor allem im (deutschen) TV-Geschäft gearbeitet: 1999 fungierte er als Regisseur der "Harald Schmidt Show", er inszenierte Folgen von TV-Serien, (etwa "Der Clown", "Die Großstadt-Sheriffs", "Axel will's wissen") und TV-Filme ("Fatal Rescue", "Lucky Fritz"). Seinen ersten Kinofilm legte er 2003 mit "Der letzte Lude" vor - seither war auf der Leinwand nichts mehr von ihm zu sehen. Bis jetzt.
Sein aus eigener Tasche produzierter 3D-Horror "Iron Doors", der jetzt in die Kinos kommt, hat schon einige Festivalvorführungen hinter sich: Unter anderem war er auf den Hofer Filmtagen und dem Londoner Raindance Festival zu sehen. Auf dem 3D-Festival in Los Angeles wurde er gar als bester konvertierter 3D-Film ausgezeichnet. Und Hauptdarsteller Axel Wedekind durfte sich auf dem Internationalen Kino-/Filomfestival im portugiesischen Porto über die Auszeichnung als bester Darsteller freuen.
Das klingt ja zunächst mal vielversprechend. Und auch aus der Storyprämisse - ein Mann wacht in einer Art Tresorraum auf, ohne zu wissen, wie er da hingekommen ist - kann man durchaus was Spannendes machen, wie ja schon der Horrorstreifen "Cube" und die "Saw"-Serie bewiesen haben. Doch nachdem ich den Film (in einer 2D-Version) gesehen hatte, war ich zunächst einigermaßen geschockt - und das nicht, weil er so gruselig ist, sondern über die Tatsache, dass ihm allen Ernstes ein Preis gegönnt wurde. Ich habe lange nachgedacht, das Presseheft gelesen, ja ich habe sogar die Programme der Festivals durchgestöbert - und bin so schließlich auf eine akzeptable Erklärung gestoßen:

Obwohl ein deutscher Film, wurde "Iron Doors" nach englischsprachigem Drehbuch auf englisch gedreht und später deutsch synchronisiert. Dem internationalen Publikum ist damit erspart geblieben, was mir von der 1. Sekunde der Synchronversion an auf die Nerven gegangen ist: Der Tonfall von Axel Wedekind. In seiner komplett übertriebenen Ober-Coolness erinnert der nämlich dauerhaft an Comedians, die Western- oder Krimi-Helden parodieren - was für einen Horrorfilm nicht wirklich hilfreich ist. Dass dann auch der Inhalt seiner Monologe nervt, versteht sich von selbst. Und auch dass die zwar dürftige, aber doch - für einen Low-Budget-Horror - zumindest einigermaßen brauchbare Story, die recht gelungen in Szene gesetzte klaustrophobische Atmosphäre und die ansehliche Kameraarbeit sofort in den Hintergrund treten wenn der Tonfall des ständig plappernden Hauptdarstellers zu einem einzigen riesigen Nervfaktor wird, dürfte nachvollziehbar sein. Und so muss man wohl leider davon ausgehen, dass "Iron Doors" kaputt-synchronisiert wurde. Schade eigentlich.

Fazit: Atmosphäre und Kameraarbeit stimmen, trösten aber über die extrem nervtötende Synchronisation nicht hinweg. Wenn überhaupt, dann die Original-Fassung sehen.




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