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Chico und Rita
Chico und Rita
© Praesens Film

Kritik: Chico und Rita (2010)


Im Grunde genommen wird in dem sehenswerten Animationsfilm "Chico & Rita" eine einfache Liebesgeschichte erzählt. In Havanna im Jahr 1948 begegnet der Jazz-Pianist Chico der Sängerin Rita. Als er ihre Stimme das erste Mal hört, verliebt er sich in sie. Sie verbringen eine Nacht miteinander, aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Chico verheimlicht Rita eine Freundin, also trennen sich ihre Wege, sie können einander aber nicht vergessen. Und so kommt es zu verschiedenen Wiedersehen, doch Stolz und Eifersucht bringen sie ein ums andere Mal auseinander.

Verknüpft wird die Liebesgeschichte von Chico und Rita, die als Rückblende aus Sicht des alten Chico erzählt wird, mit der Geschichte des kubanischen Jazz, der Ende der 1940er Jahre in die USA gelangte und die Musik veränderte. Auch Chico träumt davon, in den USA Erfolg zu haben und mit Charlie Parker und Dizzy Gillespie auf der Bühne zu stehen. Hierbei nutzen die Filmemacher Tono Errando, Fernando Trueba, der 1993 einen Oscar für "Belle Epoque" gewann, und der Zeichner Javier Mariscal die Fakten der Musikgeschichte, um von der sinnlichen Leidenschaft dieser Musik zu erzählen. Und es sind die Lieder und Klänge, die diesem Film seinen mitreißenden Rhythmus verleihen und die unglückliche Liebesgeschichte tragen. Chico und Rita sind füreinander bestimmt, aber sobald sie zusammen sind, scheint die Trennung nahe. Durch die Lieder wird ihre Sehnsucht und ihr Stolz erkennbar, außerdem lädt die Musik zum Mitleiden ein.
Der Soundtrack enthält Musik von Thelonious Monk, Cole Porter, Dizzy Gillespie und Freddy Cole und wurde von dem kubanischen Pianisten Bebo Valdés zusammengestellt. Seine Geschichte erinnert ein wenig an Chicos Leben: Er spielte in einem Hotel in Stockholm, als er Fernando Trueba begegnet, der mit ihm ein Album produzierte. Dadurch wurde er einem Publikum nahegebracht, das ihn längst vergessen hatte oder nicht mehr kannte. Dennoch ist "Chico & Rita" kein autobiographischer Film, sondern vielmehr eine Hommage an die kubanischen Musiker dieser Zeit.

"Chico & Rita" ist ein gezeichneter Film für Erwachsene, der einen schlichten, fast altmodischen Zeichenstil verwendet. Dadurch sind die Figuren in ihren Ausdrücken beschränkt, aber ihre Bewegungen werden sehr schön auf die Leinwand gebracht. Überzeugend sind auch die Hintergründe und die Atmosphäre der Straßen von Havanna sowie New York. Nachdem erst Rita und dann Chico nach New York gehen, verändert sich der Film. Die Bilder werden vertikaler und wechseln sich schneller ab. Die Veränderung im Leben der Hauptfiguren wird somit im Bild sichtbar. Und einen Vorteil hat der Animationsfilm in jedem Fall: So werden "Gastauftritte" von Dilly Gillespie, Nat King Cole und Marlon Brando möglich.

Fazit: "Chico & Rita" ist ein Film, der eine schlichte Liebesgeschichte mit einem sensationellen Soundtrack verbindet und dadurch zu Herzen geht. Ein Film für Romantiker und Jazz-Fans.




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