VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Safe - Todsicher - Hauptplakat
Safe - Todsicher - Hauptplakat
© Concorde

Kritik: Safe - Todsicher (2012)


Er ist der letzte reine Actionspezialist. Seine Filme zeichnen sich alle nicht durch ausgeprägte Vielschichtigkeit aus. Geradlinig geht es zur Sache, egal ob Jason Statham mal wieder etwas zu transportieren hat oder auf seltsame Weise krank ist. Das Schema ist klar: Auf der einen Seite steht er (alleine) und auf der anderen Seite ein Haufen übellauniger Typen, die ihm aus irgendwelchen Gründen ans Leder wollen. Dass dies einfacher gesagt, als es getan ist, überrascht inzwischen auch nicht mehr, sorgt aber stets für eine ordentliche Portion handfester Unterhaltung. Statham schießt und prügelt sich, ein ums andere Mal seinen Weg zum Finale frei; das ist klassische Last-Man-Standing-Action, die keinen zu überfordern droht und die Kassen immer wieder klingeln lässt.

Der aktuelle Streifen "Safe" liefert darüber hinaus allerdings noch soviel Fundament an Herz, Hirn und Gefühl, dass es für Statham-Verhältnisse bereits derart viel atmosphärische Dichte und Verwicklung in die Story befördert, dass man in Verbindung mit dem Plot, beinahe schon Begrifflichkeiten wie Komplexität oder Tiefe benutzen möchte. Fans der gewohnten Gangart braucht das aber nicht gleich zu ängstigen. "Safe" ist und bleibt, trotz allem, ein klassischer Statham-Streifen.

Darin hat es sich Martial-Arts-Fighter Luke (Jason Statham) gleich zu Beginn mit der russischen Mafia komplett verscherzt. Zur Rache töten sie unbarmherzig seine Frau, lassen ihn aber am Leben, in der Gewissheit, dass sie in Zukunft jeden Menschen auslöschen werden, zu dem er einen persönlichen Kontakt aufbaut. So irrt Luke einsam und hoffnungslos als Obdachloser durch die Straßen. Ähnlich ergeht es der kleinen Mei (Catherine Chan). Sie ist ein Mathematikgenie in den Händen der chinesischen Triaden, für die sie die Kalkulationen ihrer schmutzigen Geschäfte im Kopf schneller durchführt, als es jeder Computer könnte. Als sie eines Tages flieht, stolpert sie regelrecht über Luke, der kurz davor steht, mit dem Leben abzuschließen. Plötzlich wirft ihm aber das Schicksal die Verantwortung zu, das Mädchen zu schützen.

Einen geradezu väterlichen Statham beschert "Safe" und erinnert damit entfernt an den Neoklassiker "Leon – Der Profi" oder an Filme wie "Das Mercury Puzzle". Diese menschelnden Momente verleihen der Story dann auch tatsächlich ein spürbares Maß an Unterbau und sorgen zudem dafür, dass die Dramaturgie sich nicht einzig und allein darauf beschränkt, wer den schnellsten Round-House-Kick abliefert. Für einen Statham-Film wirkt das Hin-und-Her zwischen russischer Mafia, den Triaden und einem Geheimnis, das die kleine Mei hütet, jedoch schon beinahe zu komplex, da irgendwie unvermeidlich auch ein Stückweit konstruiert. Dennoch könnte diese Art der Inszenierung auf einen Versuch hindeuten, einen gelinden Imagewechsel einzuläuten; schließlich wird auch Statham nicht jünger, der schließlich auch schon bei Sylvester Stallones Rentner-Söldnertruppe "The Expendables" angeheuert hat.

Fazit: "Safe" ist, möglicherweise gerade wegen seinem sichtlichen Plus an Substanz, der beste aller bisherigen Statham-Filme. Die Story birgt ein gewisses Maß an Vielschichtigkeit, der Protagonist verlässt sich nicht einzig und allein auf Muskeln und Kanone, sondern setzt auch sein Hirn ein, um die Schurken gegeneinander auszuspielen. Und letzten Endes geht dann doch derart ordentlich die Post ab, dass keiner behaupten kann, dies wäre kein richtiger Actioner.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.