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Kritik: Apollo 18 (2011)


Sofern man nicht Anhänger diverser Verschwörungstheorien ist und annimmt, dass die Amerikaner überhaupt nicht auf dem Mond waren – womit man sich dann cineastisch in den Gefilden von "Unternehmen Capricorn" befinden würde – gelangen mit Apollo 11 bis Apollo 17 (auszunehmen ist da bekanntlich Apollo 13) insgesamt sechs Mondlandungen. Die erste am 20. Juli 1969, die letzte am 11. Dezember 1972. Die restlichen Missionen wurden aufgrund von Budgetkürzungen wegen der immensen Kosten, die durch den Vietnamkrieg verursacht wurden, gecancelt. So zumindest die offizielle Verlautbarung. Und seit nunmehr 40 Jahren sind die Amerikaner nicht mehr zum Erdtrabanten zurückgekehrt.

"Apollo 18" enthüllt nun die Wahrheit, wie sie in keinen Geschichtsbüchern zu finden ist. Die Wahrheit darüber, aus welchem Grund die Amerikaner bis zum heutigen Tage keine weiteren Mondmissionen durchgeführt haben. Der Film basiert auf plötzlich aufgetauchtem originaldokumentarischen Material. 24 Stunden Stunden Stoff aus dem Regisseur Gonzalo Lópes-Gallego seine "Doku" subsumierte.

Zu Beginn landet die Fähre der Apollo-18-Mission auf der Mondoberfläche. Routiniert machen sich zwei Astronauten auf, Gesteinsproben zu sammeln, wie ihre Kollegen in den anderen Missionen zuvor auch. Lange bleibt es aber nicht friedlich: Etwas dringt in den Anzug eines der Astronauten ein, verletzt und infiziert ihn. Zugleich wird die Landefähre Ziel eines Angriffs einer unsichtbaren Macht und soweit beschädigt, dass sie nicht mehr in der Lage ist, zu starten. Die einzige Chance noch wegzukommen, stellt ein sowjetisches Landemodul dar. Offenbar sind auch die Russen im Geheimen zum Mond geflogen, aber nicht mehr zurückgekehrt.

Zugegeben ein paar Einfälle sind gar nicht schlecht: huschende Bewegungen am Rande des Sichtsfeldes der Kameras, Reflexionen von irgendwas Lebendigem auf den Sonnenblenden in den Helmen der Astronauten. Wirklich neu ist das alles aber nicht und somit kaum geeignet, um damit heutzutage noch jemanden zu verblüffen. Hinzu kommt, dass dermaßen viele Ungereimtheiten existieren, dass einem schnell der Spaß an diesem Film vergällt wird. Der Aufenthalt von fast einer Woche auf dem Mond in der Landefähre, die für solch eine lange Zeit gar nicht konzipiert wurde und vor allem die Frage, wie man überhaupt an dieses Material gekommen ist, sind Punkte, um dessen Störfaktor sich offensichtlich keine Gedanken gemacht wurden. Gerade Wissenschafts- oder SciFi-Horror macht aber eigentlich nur dann richtig Spaß, wenn das Fundament der Handlung handwerklich sauber zusammengerührt wurde.

Selbst wenn man darauf verzichtet, diese Punkte stark zu gewichten und sich einfach auf die Prämissen, so hanebüchen sie sein mögen, einlässt, will "Apollo 18" aber nicht wirklich zupacken. Warum auch immer: Das dramatische Geschehen lässt den Zuschauer weitestgehend unberührt kalt. Vielleicht war es einfach zu schwierig im Vakuum atmosphärische Dichte entstehen zu lassen. Vermutlich lag es aber daran, mit welch unerschütterlicher Stoik die Weltraumcowboys in der klaustrophobischen Ausweglosigkeit ihrer Situation agieren. Das waren halt noch echte Männer, die in ihren Moonboots starben...

Fazit: "Im Weltraum hört dich niemand schreien", könnte das Motto dieser Mockumentary sein, die im Blair-Witch-Style von den furchtbaren Begebenheiten der imaginären Apollo-18-Weltraummission berichtet. Tatsächlich findet sich in diesem Streifen einiges, was zum Schreien animiert; nicht aber, da es gar so fürchterlich ist, sondern vielmehr, weil es schlichtweg furchtbar unlogisch ist.





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