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Asterix und Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät - Hauptplakat
Asterix und Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät - Hauptplakat
© Concorde

Kritik: Asterix & Obelix - Im Auftrag Ihrer Majestät (2012)


Immer feste drauf! Das war seit jeher die Devise, der ebenso herzlichen wie rauflustigen Bewohner, des kleinen gallische Dorfs, das sich beharrlich weigert, sich der römischen Übermacht zu beugen. Und wenn Asterix und sein voluminöser Kumpel Obelix, seines Zeichens Hinkelsteinlieferant, die beiden Titelhelden der französischen Comicserie, die von Autor René Goscinny (1926-1977) und Zeichner Albert Uderzo erschaffen wurde, nicht gerade Römer vermöbeln, machen sie auf Wildschweine Jagd oder freuen sich am Leben im Jahre 50 v. Chr.

Ein Comic in Trickfilmen zu adaptieren, liegt nahe. Abgesehen davon brachten es die Abenteuer der beiden Gallier zwischenzeitlich aber bereits auf drei Realverfilmungen, die allerdings meilenweit vom Charme und Mutterwitz der Vorlage entfernt rangieren. Die nun startende vierte Realfilmadaption, "Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät" will vieles neu und das meiste besser machen. Auf jeden Fall bemüht sie sich, näher am Ursprung zu haften und dadurch mehr von den kulturellen Sidekicks wiederzugeben, welche die Comic-Reihe zum Kult avancieren ließ.

Zum ersten Mal kommt ein Asterix-Film überdies im zeitgemäßen 3D-Look daher. Das verleiht den Flugkünsten der römischen Legionäre, die nach Gallierbackpfeifen schon mal gerne abheben, ein wenig mehr Griffigkeit. Darüber hinaus tat sich auch bei der Besetzung einiges. So wurde mit Edouard Baer wieder mal ein neuer Asterix-Darsteller (mittlerweile der Dritte) rekrutiert, Gérard Depardieu in der Rolle des Obelix ersetzen zu wollen, würde sich allerdings geradezu als unmögliches Unterfangen erweisen. Wer außer ihm könnte die würdevolle Wuchtigkeit dieser Figur mit solcher Nonchalance transportieren können? Den Clou stellt aber sicherlich Superstar Catherine Deneuve in der Rolle der britischen Königin dar, die bei den französischen Vettern auf dem Kontinent um Beistand ersuchen muss, weil die Römer sie während der Tea Time überraschten; einer Zeit, in der die Briten alles stehen und liegen lassen, selbst die Schlacht.

Die Vorlage für das aktuelle Abenteuer, das mit 60 Millionen Dollar üppig budgetiert wurde, lieferten diesmal gleich zwei Bände: im Wesentlichen "Asterix bei den Briten" und als Nebenkriegsschauplatz trug "Asterix und die Normannen" zumindest einige Gags bei. Das hohe Budget ist dem Film auch durchaus anzusehen, sei es beim Setdesign, dort besonders in der liebevollen Gestaltung Londons, aber vor allem in einer äußert imposanten Flottenszene. Darüber hinaus gelang es diesmal tatsächlich mehr Gewicht auf die kleinen feinen und hintersinnigen Akzente zu legen, welche die beiden Schöpfer in den Comics kongenial transportierten, die aber in den vorigen Realverfilmungen überwiegend plattem Klamauk weichen mussten.

Obwohl die Vorlage aber geradezu eine Steilvorlage fürs Britenbashing liefert, und das neue Konzept durchaus Früchte trägt, ist "Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät" trotz Runderneuerung kein Meisterstück geworden. Nicht alle Gags wollen wirklich zünden und gewisse Längen stellen sich ebenfalls geradezu unvermeidlich ein, gibt es zwischendrin einfach zu viel Leerlauf in der Handlung. Die grandiose Komik der Comics wird zudem wieder einmal verfehlt. Diese scheint schlichtweg nicht auf Zelluloid zu bannen zu sein.
Demnächst erscheint übrigens Band 35 der Asterix-Reihe - allerdings erstmalig nicht von Uderzo selbst produziert. Der Fan darf folglich auch dort gespannt sein, wie die Staffelstabübergabe funktioniert.

Asterix und sein stattlicher Freund Obelix dürfen den verschrobenen Briten im Kampf gegen die Römer beistehen. Viel Futter für die französischen Macher um ihre Nachbarn auf der Insel richtig schön durch den Kakao zu ziehen. Ordentlich auf die Zwölf gibt es aber natürlich auch.




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