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Das Wochenende
Das Wochenende
© Universum Film

Kritik: Das Wochenende (2013)


"Das Wochenende" lebt in erster Linie von seinem hervorragenden Cast. Grosse ist ein von den starken Darstellern getragenes, nachdrückliches Kammerspiel gelungen, in dem mit jeder Minute die Spannung wächst. Zwischen den alten Freunden und ehemaligen politischen Gleichgesinnten werden bereits wenige Minuten nach dem Eintreffen auf dem Landhaus gegenseitige Anschuldigungen ausgesprochen, alte Konflikte beschworen und frühere Ideale hinterfragt. Die besten Momente gehören dabei immer wieder Sebastian Koch als geläuterter Ex-Terrorist, der an der Zeit im Gefängnis zerbrochen ist und Katja Riemann, die nun nicht nur zwischen zwei Männern steht, sondern zunehmend auch zwischen ihren früheren Ansichten und heutigen Meinungen und Welt-Anschauungen hin- und hergerissen ist.

In einer sehr eindringlichen und bezeichnenden Szene des Films, verdeutlicht Inga Jens, dass sich die Welt von einst geändert habe und dass das bloße Schwarz-Weiß-Denken in "Gut und Böse", wie das der RAF, nicht mehr angebracht sei. Doch während sie Jens läutert kann man sich als Zuschauer in keinster Weise sicher sein, ob sie das, was sie da so energisch von sich gibt auch, auch wirklich so meint. Darstellerisch ein großer Gewinn für den Film ist zudem Robert Gwisdek als von seinem Vater Jens zutiefst enttäuschter Sohn, der mit seinem Auftreten noch einmal gehörig Schärfe in die Begegnung bringt. Als Zuschauer schaut man dem gereizten Treiben gespannt zu und wird Zeuge ganz unterschiedlicher, individueller Wünsche, Emotionen und Ansichten, die alle Beteiligten energisch und gefühlsbetont vortragen. Das einzige, was man dem Film vorwerfen kann ist seine Dialoglastigkeit und der Hang dazu, die emotional aufgeladenen Diskussionen und Auseinandersetzungen zu keinem Ende bringen zu können. Ab und an verliert sich der Film nämlich in den endlosen Dialogen und Diskursen, was dem Zuschauer doch einiges an Konzentration und Durchhaltevermögen abverlangt.

Fazit: Nina Grosse kreierte mit "Das Wochenende" ein über weite Strecke gelungenes Charakter-Drama mit einem brillanten Cast, dessen Problem die Dialoglastigkeit ist. Grosse lässt den energisch geführten, emotional aufgeladenen Diskussionen ein wenig zu viel Raum zukommen.





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