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King of Devil's Island
King of Devil's Island
© Alamode Film

Kritik: King Of Devils Island (2010)


Der norwegische Regisseur Marius Holst erzählt mit "Der König von Bastoy" ein Gefängnisdrama, das trotz stereotyper Handlungselemente – sexueller Missbrauch, Selbstmord und Fluchtversuche – ergreifend und sehenswert ist. Schon die Bildgestaltung ist eindrucksvoll. Von Anfang wird deutlich, dass Bastøy ein kalter Ort ist. Es herrschen weiß-blaue Farbtöne vor, die insbesondere in der zweiten Hälfte mit der Handlung eine eindrucksvolle Verbindung eingehen. Die emotionale und tatsächliche Kälte wird im Bild sichtbar, die Aussichtslosigkeit eines Flucht- oder Rebellionsversuchs durch das unendliche Weiß des norwegischen Fjords spürbar. Dank bemerkenswerter Musik und einer eindrucksvollen Kameraarbeit wird diese grimmige Umgebung noch deutlicher. Dadurch wird das Seherlebnis sehr intensiv, zumal der norwegische Regisseur Marius Holst eine beeindruckende Darstellerriege versammelt hat. Stellan Skarsgård spielt voller Ambivalenz den Heimleiter, der tatsächlich an seine Arbeit glaubt. Der norwegische Schauspieler Kristoffer Joner beeindruckt als grausamer Lehrer. Benjamin Helstad und Trond Nilsen sind als Erling und Olav fantastisch, auch die anderen jungen Schauspieler – allesamt Neulinge – überzeugen.

Darüber hinaus sind es Kleinigkeiten, die diesen Film besonders machen. Sensibel werden der Missbrauch eines der Jungen sowie sein Umgang damit geschildert. Selbst die Metapher von "wir sitzen alle in einem Boot", die der Gefängnisdirektor am Anfang gegenüber Erling gebraucht, erfährt in dem Film eine berührende Wendung, indem Erling seinen Freund Olav Briefe schreiben lässt, in denen er von seinen Erlebnisse auf diesem vermeintlichen Schiff berichtet. Dabei wird die Jagd nach einem Wal nicht zum Sinnbild einer existenziellen Krise, sondern des Kampfes für ein Leben.

Diese Geschichten, die im Film erzählt werden, können sich auf Bastøy tatsächlich so zugetragen haben. Denn eine solche Erziehungsanstalt hat auf der Insel im Fjord vor Oslo tatsächlich existiert, auch die Rebellion hat stattgefunden. Und da erscheint es schon als Ironie der Geschichte, dass heutzutage auf der Insel eines der liberalsten Gefängnisse der Welt ist.

Fazit: In seinem eindrucksvollen Drama "King of Devil’s Island" erzählt der norwegische Regisseur Marius Holst eine universelle Geschichte, die an jedem vom Rest der Welt abgeschiedenen Ort passieren könnte. Dank seiner Bildgestaltung und hervorragenden Schauspieler bleibt dieser Film aber im Gedächtnis.




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