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I, Anna - Hauptplakat
I, Anna - Hauptplakat
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Kritik: I, Anna (2011)


"I, Anna" ist einer jener Filme, bei dem der Zuschauer die Plot-Entwicklung schon bald ahnt. Dafür sind die Motive zu bekannt und die Hinweise in der Inszenierung zu deutlich. Dennoch ist das Spielfilmdebüt von Barnaby Southcombe niemals langweilig, sondern überzeugt mit psychologischer Tiefe und eleganter Bildsprache. Geschickt verknüpfen der britische Regisseur und sein Kameramann Ben Smithard visuelle Motive des film noir mit einer dezenten Farbgebung und Kameraeinstellungen des Psycho-Thrillers. Die Innenräume sind nahezu perfekt komponiert, auch die Bilder der Stadt und Architektur, die im film noir von jeher eine große Rolle spielen, fügen sich sehr gut ein. Zusammen mit der klaren Kadrierung und einer naturalistischen Lichtsetzung wird eine eindrucksvolle Schlichtheit evoziert. Hinzu kommen gutes Produktions- und Kostümdesign, die dem Filme einen angenehmen Retro-Look verleihen. "I, Anna" überzeugt daher vor allem mit einer perfekt inszenierten Ästhetik. Die Kriminalelemente des Plots bieten hingegen ebenso wenig Überraschungen wie Annas Geheimnis. Doch dadurch ist eine stärkere Konzentration auf das Motiv der Schuld möglich, das im Mittelpunkt des Films steht. Hier vermeidet Barnaby Southcombe unnötige Übertreibungen, sondern konzentriert sich insbesondere auf Anna, gespielt von Southcombes Mutter Charlotte Rampling. Sie wird großartig in Szene gesetzt, so dass Anna sowohl geheimnisvoll und verletzlich als mitunter auch beängstigend erscheint. Zudem macht Charlotte Rampling ihre Einsamkeit und Verführungskraft deutlich. Dagegen wird Bernie – gespielt von Gabriel Byrne – auf seine Melancholie reduziert. Dadurch erinnert er zwar an die einsamen Helden des film noir, doch ihm fehlen deren Zynismus und Düsterheit. Hervorzuheben ist zudem Eddie Marsan, der als Ermittlerkollege in einer kleinen Rolle große Akzente setzt.

Fazit: "I, Anna" ist ein visuell und schauspielerisch überzeugender Genrefilm mit einer vorhersehbaren Handlung, der aber allein aufgrund seiner Ästhetik sehenswert ist.





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