VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Beautiful Creatures - Teaser-Plakat
Beautiful Creatures - Teaser-Plakat
© Concorde

Kritik: Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe (2011)


Der Fantasyfilm "Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe" basiert auf dem ersten Band der sogenannten Caster Chronicles ‘Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe’ von Kami Garcia und Margaret Stohl. Regisseur Richard LaGravenese, hierzulande besonders durch seine Romanverfilmung "P.S. Ich liebe Dich" bekannt, inszenierte den ersten Teil dieser ‚Caster Chronicles’ und besetzte die Hauptrolle der Lena mit der vielversprechenden Jungdarstellerin Alice Englert. Englert ist die Tochter der neuseeländischen Regisseurin Jane Campion, die vor allem für ihre Dramen "Das Piano" (1994) und "Portrait of a Lady" (1996) aus der Mitte der 90er-Jahre bekannt ist. Bereits 2009 erwarb das Produktionsstudio Alcon Entertainment die Filmrechte an "Beautiful Creatures", die Dreharbeiten konnten aufgrund terminlicher Probleme der beteiligten Darsteller und zeitlicher Verzögerungen jedoch erst im Frühjahr 2012 beginnen. Alles in allem bietet "Beautiful Creatures" solide, gut unterhaltende Teenie-Fantasy-Kost für die Generation "Twilight" mit attraktiven Darstellern und hübschen optischen Schauwerten. Die altbekannte, bereits dutzendfach zuvor gesehene und daher heillos abgenutzte "Gut-gegen-Böse"-Prämisse der Story vermag dagegen weniger zu überzeugen.

Fangen wir mit den positiven Aspekten des Films an, von denen es eine ganze Menge gibt. Zunächst einmal vermag der Film auf darstellerischer Ebene voll zu überzeugen. Das liegt nicht nur an den charismatischen und ungemein attraktiven Hauptdarstellern Alden Ehrenreich und Alice Englert, die über genug Ausdruck und Schauspieltalent für diese beiden Rollen verfügen, sondern vor allem an den Hollywood-Größen und Schauspiel-Schwergewichten Jeremy Irons und Emma Thompson. Irons spielt den undurchsichtigen Ravenwood mit einer gekonnten Mischung aus geheimnisvoller Zurückhaltung und einnehmender Leinwandpräsenz, Thompson verleiht ihrer machtlüsternen, morbiden Figur Sarafine eine gehörige Portion Durchtriebenheit und Boshaftigkeit. Für optische Schauwerte sorgen die hübsch in Szene gesetzten, bildgewaltigen Südstaaten-Kulissen und – Drehorte sowie die prächtigen Dekors und Kostüme der Figuren, die sich zu einem passenden Ganzen vereinen und dem Film den stimmig-düsteren Look verpassen.

Was der Film in Sachen schauspielerischer Leistung und Visualität bietet, lässt er in seiner allseits bekannten "Gut-gegen-Böse"-Story an Originalität und Abwechslung vermissen. Dazu kommt die langatmige, epische Erzählstruktur (der Film dauert über 120 Minuten) von Regisseur LaGravenese, die dem Zuschauer gehörig Geduld und Sitzfleisch abverlangt. Das führt dazu, dass einem der ohnehin schon extrem lange Film aufgrund seiner dialoglastigen Ausrichtung und der ausufernden Erzählweise sogar noch um ein vielfaches länger vorkommt und man bereits nach der Hälfte insgeheim das Ende herbeisehnt. LaGravenese zieht die dünne, handlungsarme Story quälend in die Länge und ignoriert dabei konsequent essentielle Aspekte wie Dramatik oder spannungsgeladene Konflikte, die in seinem Film so gut wie gar nicht vorkommen. "Twilight"-Fans und Fantasy-Nerds, die sich mit hübschen Darstellern und einer starken Optik begnügen, werden darüber hinwegsehen.

Fazit: Optik hui, Story pfui: die atmosphärische Bildsprache, die gelungenen CGI-Effekte und die starken Darsteller retten die dünne und handlungsarme Story vor dem Totalausfall und verwandeln "Beautiful Creatures" in ein solides Fantasy-Märchen für die Generation "Twilight".





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.