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Broken City
Broken City
© 20th Century Fox

Kritik: Broken City (2013)


"Broken City" ist der erste Film, der von Allen Hughes ohne seinen Zwillingsbruder Albert inszeniert wurde. Gemeinsam führten die zwei bereits bei solch unterschiedlichen Werken wie dem Gothic-Grusler "From Hell" oder dem Endzeit-Actioner "The Book of Eli" Regie. Im Gegensatz zu diesen beiden Filmen fällt das Solo-Debüt von Allen Hughes jedoch deutlich ab. Ein verwirrender Plot und die schwach ausgearbeiteten Figuren machen aus dem Film leider einen unausgegorenen Genre-Mix, der sich zwischen Polit-Thriller und Großstadt-Krimi einfach nicht entscheiden kann. Das ist schade, denn rein von den beteiligten Darstellern her, hätte "Broken City" sicher wesentlich mehr Potential gehabt.

Regisseur Allen Hughes sieht seinen Film ganz in der Tradition solcher klassischer Großstadt-Western wie Roman Polanskis "Chinatown" (1974) oder "L.A. Confidential" von Curtis Hanson. Mit seinen großen Vorbildern kann der Film jedoch zu keinem Zeitpunkt mithalten, zu unübersichtlich ist das komplexe Storygeflecht und zu beliebig sind die Figuren. Mark Wahlberg bleibt als holzschnittartig angelegter Ex-Cop ebenso blass wie Catherine Zeta-Jones, die als verführerische Politiker-Gattin in ihrer Rolle lediglich gut aussehen darf, darstellerisch aber nie echte Akzente setzen kann und ebenso austauschbar agiert wie Wahlberg. Einzig Russell Crowe spielt auf gewohnt hohem Niveau. Sein Bürgermeister ist zwielichtig und doppelbödig und damit als Charakter wesentlich interessanter und spannender als die unterentwickelten Figuren des Privatdetektivs und der Ehefrau. Crowe spielt den Politiker, der vor nichts zurückschreckt, um seine Machtposition zu halten, herrlich schmierig und überzogen. Einer der wenigen positiven Aspekte des Films.

Ein weiteres großes Problem von "Broken City" ist das konfuse Story-Wirrwarr, das es dem Zuschauer alles andere als leicht macht. Die Handlung wird im Verlauf des fast zweistündigen Films stetig unplausibler und das überraschende Ende mit seinem klaren Statement zum Thema Selbstjustiz ist eher fragwürdig als gelungen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Das Skript schrieb der junge Drehbuchautor Brian Tucker, für den die Arbeit an "Broken City" - ebenfalls wie für Hughes das Solo-Debüt - darstellt. Vielleicht hätte ein erfahrener Autor das Plot-Gestrüpp entwirren und der komplizierten Handlung durch das Streichen unnötiger und unwichtiger Erzählstränge mehr Feinschliff verpassen können. Immerhin: Die wenigen packenden Action-Szenen sind hingegen tadellos und sorgen zumindest für ein paar wenige gelungene Schauwerte.

Fazit: "Broken City" verfügt zwar über hochkarätige Namen und einen großartig aufspielenden Russell Crowe, enttäuscht am Ende aber aufgrund der verworrenen Story und der unausgegorenen, beliebigen Figuren.





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