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Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod
Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod
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Kritik: Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod (2010)


1937. Der spanische Bürgerkrieg tobt. Die letzte Armee leistet Widerstand gegen Franco und seine Gefolgschaft. Durch Zwangsrekrutierung landet auch ein Zirkusclown in der blutigen Manege. In voller Montur metzelt er sich durch gegnerische Reihen bis ihm die Gegenseite Einhalt gebietet. Jahrzehnte später gibt sein Sohn im Zirkuszelt den traurigen Clown. Das ist alles, wozu ihn seine Vergangenheit befähigt. Gedemütigt durch seinen schauspielerischen Gegenpart, entbrennt hinter der Bühne ein krankhaftes Spiel um die Hände einer Frau.

So groß meine Erwartungen im Vorhinein an "Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod“"(dt. Titel) waren, so groß war die Enttäuschung. Nach der durchweg gelungenen wie packenden Einleitung, die das Grauen des Krieges verdeutlicht, der selbst Clowns zu gebrochenen und hasserfüllten Menschen macht, bewegt man sich durchweg auf einem Balance-Akt zwischen verworrenem Inhalt und charakterlichem Tiefsinn. So sinnt Javier, so heißt der Protagonist, zwar durchaus verständlich nach Rache, wird aber zu einseitig dargestellt.

Während das Liebeskarussell sich munter weiterdreht, und die Umgarnte sich nicht für einen der Männer entscheiden kann, geraten diese zusehends aneinander. Dabei bleiben Handlungsweisen wie Dialoge manches Mal unverständlich und das bombastische Finale wirkt weitaus weniger spektakulär als die Summe die dahinter stehen muss. Die Charaktere erleben zuweilen einen Höhepunkt, den der Zuschauer für sich vergebens sucht und so bleibt zuletzt ein matter Eindruck, der sich auch durch geladene Sätze wie "if I wouldn't be a clown I would be a murderer" nicht wettmachen lässt.

Auf den Grundstein, den die Einleitung legt, hätte sich eigentlich ein wunderbares Gedankenkonstrukt aufbauen lassen. Statt sich aber vielschichtig um eine Thematik à la "in Zeiten von Monstern nicht selbst zum Monster zu werden" zu sorgen, zeichnet der Film eine depressive Eintönigkeit und ein hohes Maß an Logiklücken, die den Zuschauer schlussendlich ohne tiefsitzende Aussage zurück lassen. Zudem ist der Protagonist viel zu wenig in der Manege zu sehen.

Hätte das Drehbuch etwas mehr Acht auf die charakterliche Entwicklung und eine durchdachte Handlung gelegt, wäre hier deutlich mehr bei herumgekommen. Mit einem lachendem und einem weinenden Auge bleibe ich zurück, fröhlich über Kostüm und Ausstattung und die ersten 10 Minuten, enttäuscht über charakterliche Entwicklungen und inhaltliche Verworrenheit. Es bleibt der fade Beigeschmack einer verwürzten Suppe. Grundlage und Zutaten sind gut, nur die Küche hat versagt.




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