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Kritik: Pompeii (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der neue Film des "Resident Evil"-Regisseurs Paul W.S. Anderson erzählt vom Untergang der römischen Stadt Pompeii im Jahr 79 n. Chr. Der verheerende Vulkanausbruch aber bildet nur den Hintergrund für ein Actionepos, in dem es um Gladiatorenkämpfe und eine aussichtslose Liebe geht. Mit ihren spektakulären Effekten in 3D ist die von Constantin Film mitverantwortete Produktion das Richtige für Freunde ausgiebiger Kampfszenen im Sandalenlook. Die aufwändigen, nach dem historischen Vorbild gestalteten Kulissen, auf die die Lavabomben des Vulkans herabstürzen, ergeben beeindruckende Panoramen, vor denen der junge Held Milo seine Feinde ins Jenseits befördert.

Der keltische Gladiator und sein neuer Freund Atticus sind Kampfmaschinen, die sich ihr Leben stets aufs Neue verdienen müssen, indem sie ihre Gegner töten. Aber tief in ihrem Inneren sind diese beiden stolzen Sklaven gute und ehrbare Menschen. Viele der mächtigen Römer, allen voran der böse Senator Corvus, pfeifen hingegen auf die Moral. Cassia und ihre Eltern legen Wert auf Distanz zu den Herrschern aus Rom, mit denen sie dennoch geschäftlich kooperieren müssen. Indem sich Milo und Cassia gegenseitig über alle Klassenschranken hinweg als reine, edle Herzen erkennen und verlieben, bekommt die Geschichte eine kräftige romantische Note. Aber Andersons Spezialität ist das emotionale Drama eher nicht: Wenn das Herz spricht, dann schnell und kompakt. Ein Blickwechsel, ein dick aufgetragener Dialog, eine typische Pose mit der schwachen Frau in den Armen des starken Retters müssen genügen. Im Gegensatz dazu können die Kämpfe Mann gegen Mann gar nicht lang genug sein. Obwohl sich da im Laufe des Films einiges auch ermüdend wiederholt, ist die Inszenierung dieser virtuosen Duelle und Gruppengefechte ein klarer visueller Höhepunkt. Kit Harington, bekannt aus der TV-Serie "Game of Thrones", macht sich als wortkarger, todesmutiger Held, der seine Familie rächen will, recht gut.

Weitere optische Highlights bietet der Film, der die 3D-Technik sehr überzeugend nutzt, wenn er städtische Bauten wie das Amphitheater unter den Beben und Lavabomben zusammenkrachen lässt. Weil sich vor dem Hafen auch ein Tsunami bildet, schwappt das Wasser in die von Feuer und Panik heimgesuchte Stadt und rammt sogar ein Schiff tief in eine enge Gasse. Aus dem Untergang Pompeiis wird ein bombastischer, spektakulärer, aber auch sehr oberflächlicher Film konstruiert, der hauptsächlich den Kampf muskulöser Männer im Visier behält.

Fazit: In Paul W.S. Andersons Version vom Untergang Pompeiis drängen die ausgiebigen Gladiatorenkämpfe die vulkanische Katastrophe lange Zeit in den Hintergrund. Die spektakulär gefilmte Action und die aufwändigen Kulissen sorgen dafür, dass die ziemlich einfältige Geschichte visuell überzeugt.




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