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A World Beyond
A World Beyond
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: A World Beyond (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Im Jahr 1955 erschuf Walt Disney in Disneyland einen Bereich namens Tomorrowland – und vielleicht erscheint deshalb vieles in dem Film "A World Beyond" – Originaltitel "Tomorrowland" – als käme es aus den 1950er Jahren oder wenigstens der Vorstellungswelt dieser Zeit: Die Zukunft ist eine sterile, weiße, saubere Welt mit schnellen Bahnen und perfekt aussehenden Menschen, alle sind glücklich und dem Fortschritt verpflichtet. In diese Welt gehören Träumer, deshalb erhält der Junge Frank (Thomas Robinson, als Erwachsener George Clooney) durch den Anstecker von Athena (Raffey Cassidy) Zugang in diese Welt. Er ist ebenso hingerissen von dieser Zukunftsvision wie Jahrzehnte später Casey (Britt Robertson) sein wird, ebenso Außenseiterin und ein Genie. Dieses Tomorrowland ist Zeichen des Optimismus, mit dem die Amerikaner in den 1950er in die Zukunft sahen. Doch die Gegenwart sieht anders, Tomorrowland ist niedergegangen und auch der Welt droht der Untergang. Nur die Optik des Films, die bleibt weiterhin streng im Retrostil.

"A World Beyond" ist ein Disney-Film, der sich nach zu erwartenden Mustern entwickelt: Die Welt ist anfangs gut, dann wird sie schlechter und muss von dem ungleichen Duo Casey und Frank mit Athenas Hilfe gerettet werden. Casey und Frank sind bzw. waren Träumer, mit ihrem Glauben an das Gute können sie – so die einfache Logik des Films – die Welt vor dem Untergang retten: Sie können die Welt reparieren, denn in der Disney-Version reicht dazu schon allein der Glaube an das Unmögliche. Das ist eine ebenso naive wie schöne Idee. Leider verbleiben beide Figuren bei dieser Träumercharakterisierung, sie unterscheiden sich lediglich im altersgemäßen Grad an Desillusionierung. Niemals wird angedeutet, wie Frank Zeit im "Tomorrowland" verbringen konnte, ohne dass er auf der Erde vermisst wurde. Oder wird erzählt, warum Caseys Abschneiden auf einer bestimmten Skala so sensationell ist. Stattdessen reihen sich bekannte Szenen aneinander und startet aus dem Eifelturm optisch opulent eine Rakete. Ja, das ist wieder eine schöne Idee: Der Weg in eine Parallelwelt führt durch den Eiffelturm. Das passt zu dem verstaubten Charme dieses Films, in dem Badewannen einen Ausweg aus einer Festung sind und Hunde-Hologramme Angreifer vergraulen sollen.

Insgesamt ist der Film daher durchaus unterhaltsam anzusehen, außerdem hat Brad Bird mit Filmen wie "Der Gigant aus dem All" und "Die Unglaublichen" bereits bewiesen, dass er warmherzige Geschichten gut erzählen kann. Allerdings ergeben die vielen Episoden keine schlüssige Geschichte, sondern es werden Themen lediglich angerissen und Weltverbesserungsbotschaften wiederholt formuliert. Die Beziehung zwischen dem erwachsenen Frank und der kindlichen Athena hat einen äußerst schalen Beigeschmack. Die Zukunft wurde und wird offensichtlich von weißen Menschen gemacht – und als am des Films dann weitere "Träumer" ausgesucht werden, die die Zukunft mitgestalten sollen, wird zwar mehr Wert auf ethnische Vielfalt gelegt, aber sie entsprechen u.a. als Ingenieure, Musiker und Wildhüter dennoch dem Klischee eines Träumers. Und letztlich läuft die gesamte Botschaft des Films darauf hinaus, dass wir uns alle nur etwas mehr Mühe geben müssen, dann wird schon wieder etwas aus dieser Welt. Wirklich geändert hat sich indes im "Tomorrowland" nicht, dort haben nur andere, "bessere" Menschen das Sagen. Dass das jedoch alleine nicht vor einem erneuten Untergang bewahrt, kennen wir ja – aus dem Kino.

Fazit: Trotz einiger Schauwerte bleibt "A World Beyond" ein oberflächlicher Weltverbesserungsfilm mit wenig kohärenter Geschichte.





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