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Die! - Ein Spiel auf Leben und Tod
Die! - Ein Spiel auf Leben und Tod
© Central Film

Kritik: Die! - Ein Spiel auf Leben und Tod (2010)


Ein weiterer Jigsaw-Verschnitt bestimmt in diesem seichten, russischen Thriller über das Leben und Sterben seiner Mitmenschen. Anstatt sie sich in den Abgrund stürzen oder sich erhängen zu lassen, spielt Joh Pyper-Ferguson überzeugend einen gescheiterten Weltverbesserer, der am Selbstmord seines Vaters zu knabbern hat und sich aus diesem Grund das Recht rausnimmt, in einem perfiden Spiel Möchtegern-Selbstmörder mit dem eigenen Tod zu konfrontieren. Als zu Beginn kritisches und nachdenkliches Spiel angelegt, verkommt es gegen Ende zu einer recht einseitigen Machtdemonstration. Dabei bleibt die Doppeldeutigkeit des Titels auf der Strecke.

Sechs Menschen, sowohl erfolgreiche wie gescheiterte Persönlichkeiten, werden gekidnappt. Eingesperrt in Glaskästen sitzen sich in einer alternativen Version des russischen Roulettes jeweils zwei der verschiedenen und doch ähnlichen Schicksale gegenüber. Einer bringt das Opfer, der andere bestimmt die Höhe und sieht sich kurz darauf mit der eigenen präferierten Selbstmordmethode konfrontiert.

Die psychologischen Ansätze, die Regisseur Dominic James zusammen mit den Autoren Nick Mead und Domenico Salvaggio in den Raum wirft, bleiben wie schon bei der „SAW“-Reihe fraglich und nur vor dem Hintergrund der Charakterisierung des Hauptdarstellers minimal verständlich. Dass es bei dieser Methode aber zwangsweise einen Verlust gibt, der nicht wieder aufgefüllt und durch die neue Selbstfindung der Gewinner mit keinem Recht der Welt wieder ausgeglichen werden kann, drängen die Macher vor dem Hintergrund der Schockwirkung der Einfachheit halber zurück.

Zu Beginn kommt man zwar ab und zu ins Grübeln, im Zusammenhang mit den darauffolgenden Ereignissen kann man sich einer schlussendlichen Moral nur verwehren. Ähnlich wie in der bereits angesprochene "Saw"-Reihe spielt ist die angebliche "Moral" auch hier ein rein zur perfiden Unterhaltung des Zuschauers genutzter psychologischer Aspekt, der den Machern im seichten Fahrwasser allzu schnell wieder flöten geht.

Fazit: Letztlich bietet "Die! - Ein Spiel auf Leben und Tod" einige gute und spannende Ansätze in der ersten Hälfte, die von einer uninspirierten zweiten Hälfte wieder platt getrampelt werden. Obwohl er die meiste Zeit einen in erster Linie weniger blutigen weg geht, steht er in Sachen Perfidität der Filmreihe „Saw“ in kaum etwas nach. Nicht zu vergessen die gegen Ende hin starken inhaltlichen Parallelen zur hier dreist abgekupferten Vorlage.




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