VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Knights of Badassdom
Knights of Badassdom
© Pandastorm Pictures

Kritik: Knights of Badassdom (2011)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Regie bei der Fantasy-Action-Komödie "Knights of Badassdom" führte Joe Lynch, der u.a. den Horror-B-Movie "Wrong Turn 2" inszenierte. Schwerpunkt des Films bildet das Thema Live-Action-Rollenspiel, eine Thematik, die z.B. bereits in den Filmen "Wild Hunt" und "Vorbilder" von 2009 behandelt wurde. Drehbeginn der mit Steve Zahn und Peter Dinklage recht prominent besetzten Rollenspiel-Persiflage war bereits 2010, Probleme bei der Postproduktion und Rechteklärung verzögerten das Projekt jedoch immer wieder, weshalb er erst Anfang des Jahres in den US-Kinos startete. Kein allzu gutes Zeichen für einen Film. Ebenso wenig die Tatsache, dass sich der verantwortliche Verleih erst vor kurzem dazu entschloss, den Film in Deutschland in die Kinos zu bringen. Wurde zu Beginn doch überlegt, den Film hierzulande lediglich auf DVD zu veröffentlichen. Besser wäre es gewesen: "Knights of Badassdom" ist ein leidlich komischer Film mit hirnrissiger Story, der - wenn überhaupt - nur für Rollenspiel-Fans von Belang sein dürfte.

Die ersten Minuten, wenn sich die Wochenend-Krieger und Rollenspiel-Fans auf den Weg zur epischen Schlacht "Evermore" in einem abgeschiedenen Wald aufmachen und sich in ihren Ritterrüstungen und Aufwärm-Kämpfen auf das Spiel vorbereiten, haben durchaus Charme und beinhalten den ein oder anderen guten Gag. Auch der Wortwitz ("Mein Bruder könnte eine bessere Landkarte zeichnen - und der ist lernbehindert") kommt nicht zu kurz und ein paar Schmunzler kann man sich zu Beginn tatsächlich nicht verkneifen. Das war es dann aber auch schon mit Positivem an dieser belenglosen Melange aus Action, Fantasy, Horror und Komödie. Wenn die Handlung eine neue Wendung durch ein auf ebay ersteigertes Buch, das magische Kräfte besitzt, nimmt, driften Story, Handlungsverlauf und Witz zunehmend ins lächerliche und unglaubwürdige ab. Der Abschuss des Ganzen: Durch das Buch wird ein alles andere als Angst auslösender Höllendämon beschworen und der Film versucht nun auch noch krampfhaft, Horror-Elemente aufzunehmen.

Zwar bietet der Film einen durchaus nicht uninformativen Einblick in die abgedrehte Welt der Rollenspiel-Nerds, Live-Action-Games und dem Improvisationstheater. Wer sich außer der Fans solcher phantastischer Freizeitaktivtäten für den Film interessieren sollte, bleibt jedoch die große Frage und es ist nicht ganz klar, welche Zielgruppe Regisseur Lynch mit seinem Film anpeilt. Der Film will zu viel auf einmal sein, ohne jedoch eine homogene Stimmung, Gestaltung und Ausstattung zu vermitteln und eine in sich geschlossene Genre-Mixtur zu sein. Für eine Komödie zu unwitzig, für einen Fantasy-Film zu durchwachsen animiert, für einen Horror-Movie zu spannungs- und überraschungsarm und für einen Actioner schlicht ohne die nötigen mitreißenden und körperbetonten Sequenzen.

Fazit: Lieb- und belangloser Genre-Mix mit grottiger Story und peinlich schlechten Witzen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.