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Helden des Polarkreises
Helden des Polarkreises
© Kinostar © Pandastorm Pictures © Helsinki filmi (Jami Granstrom)

Kritik: Helden des Polarkreises (2011)


Einen Film über Männer mit fehlendem Selbstwertgefühl nennt der finnische Regisseur Dome Karukoski seinen Film "Helden des Polarkreises". Und tatsächlich sind Janne (Jussi Vatanen), Kapu (Jasper Pääkkönen) und Rälhänen (Timo Lavikainen) alles andere als tatkräftig und selbstbewusst. Sie leben in einem kleinen Ort in Lappland, sind wie viele Männer dort arbeitslos und bummeln durch den Tag. Aber nun will Jannes Freundin Inari (Pamela Tola) "Titanic" im Fernsehen sehen. Deshalb soll Janne eine Digi-Box besorgen, die nach der Umstellung auf den digitalen Fernsehempfang notwendig geworden ist. Das Geld legt sie ihm auf den Nachtisch und erinnert ihn daran, dass der Laden um 17 Uhr schließt. Aber Janne schläft erst in aller Ruhe aus, guckt ein wenig fern und trifft dann seine Kumpels in der Kneipe. Natürlich kommt er zu spät zum Laden, hat bereits einen Teil des Geldes vertrunken und verärgert auch noch den örtlichen Ladenbesitzer. Also kehrt er ohne das Gerät und mit einer gängigen Ausrede nach Hause zurück. Aber dieses Mal hat Inari genug und stellt Janne ein Ultimatum: Sollte er bis zum Morgen des nächsten Tag keine Digi-Box besorgt haben, wird sie ihn verlassen. Damit beginnt eine Odyssee durch den Polarkreis, die die drei Freunde auf einem Weg voller Abenteuer in das entfernte Rovaniemi und am Ende zu sich selbst bringt.

"Helden des Polarkreises" ist eine kurzweilige finnische Komödie, die sich formal an die Handlungselemente eines Roadmovie hält. Auf ihrem Weg müssen die "Helden" viel Ungemach erleiden und Hindernisse überwinden. Anfangs ist Janne noch nicht einmal sympathisch. Aber mit jedem Missgeschick, das ihm widerfährt, und durch seinen Nebenbuhler Pikku-Mikko (Kari Ketonen), der mit Tourismus-Geschäften reich geworden ist, wächst einem der Verlierer etwas mehr ans Herz. Zumal er auch in den entscheidenden Momenten etwas Mut beweist. Der heimliche Star des Films ist indes Jannes Freund Rälkönen, der bisher seine Tage an einem Spielautomaten verbracht hat, an dem durch eine Art Pac-Man Oben-Ohne-Bilder von Frauen freigespielt werden können. Auf der nächtlichen Reise begegnet ihm nun die Frau seiner Träume – und er wird fast zu einem wahren Helden.

Es sind vor allem die kleinen Einfälle, die bei diesem Film überzeugen: Wenn bei einer Schlägerei in einer Kneipe sehr deutlich wird, dass es nur um Imponiergehabe geht – und selbst die Kamera am Tresen verweilt, während sich die Jungs draußen verprügeln. Oder wenn Janne mitten in der Nacht in Rovaniemi an einer einsamen Straßenkreuzung steht und fest entschlossen ist, als Fensterputzer das Geld für die Digi-Box zu verdienen. Er will seinem Leben endlich eine Wendung geben. Aber als nach einiger Zeit das einzige Fahrzeug herannaht, wird es durch das automatische Ampelsystem weitergeschleust. Mit dieser Sequenz bringt Dome Karukoski das Dilemma seiner Hauptfiguren auf den Punkt: Sie tun wenig für ihr Glück, haben aber auch viel Pech. Doch sie geben niemals auf, sondern machen immer weiter in ihrem Leben.

Fazit: "Helden des Polarkreises" ist ein amüsantes finnisches Roadmovie, das mit aberwitzigen Wendungen und schrägem Humor unterhält. Und am besten sieht man diesen Film im Original!




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