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Und wenn wir alle zusammenziehen?
Und wenn wir alle zusammenziehen?
© Rommel Film / Pandora Film Verleih

Kritik: Und wenn wir alle zusammenziehen? (2011)


"Und wenn wir alle zusammenziehen?". Diese Frage wirft Jean (Guy Bedos) bei einem geselligen Beisammensein mit seinen besten Freunden in die Runde. Sie haben schließlich alle zunehmend Probleme mit dem Älterwerden: der politische Aktivist Jean muss erkennen, dass seine Versicherung seine Einsätze gegen die Polizei nicht mehr deckt, seine Frau Annie (Geraldine Chaplin) will ihre Enkelkinder häufiger sehen, ihre Freundin Jeanne (Jane Fonda) verheimlicht eine Krebserkrankung vor ihrem Mann Albert (Pierre Richard), der immer vergesslicher wird. Und der allein lebende Fotograf Claude (Claude Rich) hatte bereits einen Herzinfarkt. Deshalb wäre es doch naheliegend, wenn sie die letzten Jahre ihres Lebens gemeinsam verbringen würden. Aber diese Entscheidung ist nicht einfach zu treffen – und stellt die Beteiligten vor einige Schwierigkeiten.

Mit viel warmherzigen Humor und auch leiser Wehmut schildert Regisseur Stephane Robelin die Erlebnisse der Freunde, deren Bande sie selbst in den schwierigsten Situationen zusammenhält. Mit dem Zusammenziehen tauchen neue Probleme auf, die viel Rücksichtnahme und Toleranz verlangen. Dabei überzeugen in "Und wenn wir alle zusammenziehen?" vor allem die Beobachtungen des Alltags, denen Stephane Robelin ausreichend Zeit widmet. Dadurch wird deutlich, dass jeder seine eigenen Bedürfnisse hat, aber sie alle selbstbestimmt leben wollen.

Zu der Alten-WG stößt auch der deutsche Student Dirk (Daniel Brühl), der einst als Hundeausführer für Jeanne und Albert gearbeitet hat. Er will seine Abschlussarbeit über die WG schreiben und beobachtet das Zusammenleben mit der Kamera. Zugleich wird er zum Vertrauten von Jeanne, die ihn unbedingt überzeugen will, dass er mit seiner Freundin unglücklich ist – und mit ihm ihre Weisheit teilen will. Durch Dirks Anwesenheit wird zudem die Abwesenheit der eigenen Kinder umso deutlicher. Aber Stephene Robelin übt keine Sozialkritik, sondern feiert das Altwerden. Dazu hat er in seinem Film eine bemerkenswerte Besetzung versammelt, die die jeweiligen Charaktere zu eigenständigen Menschen werden lassen. Hier ist es Pierre Richard, der als Albert aus diesem guten Ensemble heraussticht. Seine Vergesslichkeit rührt und sorgt für die herzerwärmenden Momente des Films. Und durch ihn wird dann am Ende auch sehr eindrücklich deutlich, dass nicht alles gut ist, sondern es einfach nur noch darum gut, eine gute Zeit zu haben.

Fazit: "Und wenn wir alle zusammenziehen?" ist ein Feelgood-Movie mit einer tollen Besetzung, warmherzigem Humor und leiser Melancholie.




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