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Lost Place - Hauptplakat
Lost Place - Hauptplakat
© NFP marketing & distribution

Kritik: Lost Place (2012)


Es kommt selten genug vor, dass Mystery-Thriller aus Deutschland den Weg auf die große Leinwand finden. "Lost Place" – das Spielfilmdebüt des Drehbuchautors Thorsten Klein – ist jenem Genre zuzuordnen und macht in seiner Funktion als mit Horror-Elementen ausstaffierter, auf Spannung setzender Thriller viel richtig. In der zweiten Jahreshälfte 2011 in verschiedenen Teilen Deutschlands gedreht, kann "Lost Place" vor allem durch seine unheilvolle Atmosphäre und die außergewöhnliche Story überzeugen. Auch technisch muss sich der Film vor großen Hollywood-Blockbustern nicht verstecken, allen voran was das Sounddesign betrifft ("Lost Place" nutzt als erster deutscher Kinofilm das neue DolbyAtmos–Tonformat). Dass Regisseur Klein mit "Lost Place" jedoch nicht der ganz große Wurf gelingt, liegt an der Fülle an genretypischen Klischees, derer sich der Film bedient.

Regisseur Klein und seine Koautorin Lena Vurma beweisen mit der Story von den vier Jugendlichen und ihrer GPS-Schnitzeljagd durch den Pfälzer Wald Kreativität und Einfallsreichtum. Hier geht es ausnahmsweise einmal nicht um eine deformierte Hinterwälderfamilie, eine Gruppe blutdurstiger Zombies oder einen geisteskranken Serienkiller, denen sich die attraktiven Jugendlichen ausgesetzt sehen. Klein und Vurma verpflanzen ihren Film ins digitale Zeitalter des Jahres 2013, weshalb hier auch die gegenwärtig schwer angesagte, elektronische Schatzsuche via GPS eine zentrale Rolle spielt und die Jugendlichen in die bedrohlichen Wälder lockt. Die obligatorische Autopanne oder den allseits beliebten Survival-Trip in der freien Natur sucht man hier vergebens.

Ein weiterer großer Pluspunkt des Films ist seine stets anrüchig-bedrohliche Stimmung und die gruselige Atmosphäre, die dem Film konstante Spannung verleiht. "Lost Place" beweist an dieser Stelle, dass auch deutsche Thriller-Produktion Suspense auf hohem Niveau liefern können. Der Film hätte gar eine der stärksten deutschen Kino-Produktion im Herbst 2013 werden können, wenn Klein die Fülle an Klischees und Vorhersehbarkeiten ab der zweiten Filmhälfte vermieden hätte. Sei es der gottverlassene Campingplatz, die vor Betreten bestimmter Zonen warnenden Schilder und Hinweise oder auch die allseits bekannte Hand im Unterholz – schade, dass "Lost Place" hier nicht mehr Eigenständigkeit beweist und dramaturgisch zu oft auf Nummer sicher geht.

Fazit: Zu weiten Teilen gelungener Mystery-Horror aus Deutschland mit einer starken Ausgangsidee und einer bedrohlichen Stimmung. Einzig die Reihe an Klischees und Vorhersehbarkeiten in der zweiten zweiten Film-Hälfte sorgt für Ernüchterung.





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